Für die Einen ein notwendiges Übel, für die Anderen eine hilfreiche
Möglichkeit, die Trächtigkeitsaussichten zu erhöhen. Warum die Tupferprobe auch in den Zeiten der Künstlichen Besamung unabdingbar ist.
Die Tupferprobe ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der gynäkologischen Untersuchungen im Vorwege einer Bedeckung. Die positiven Effekte der Tupferprobe liegen klar auf der Hand: Im Zusammenhang mit dem Natursprung soll sie vor allem die Übertragung seuchenähnlicher Erkrankungen verhindern. Jedoch für alle Stuten, egal ob im Natursprung oder in der künstliche Besamung, gilt: Die sorgfältige zuchthygienische Kontrolle erhöht die Fruchtbarkeit um ein vielfaches.
Einige Hengsthalter und Zuchtverbände haben dies zum Anlass genommen, die Deckbedingungen entsprechend zu formulieren. Ohne Tupferprobe sind heute oft nur noch Stuten zugelassen, die nach normal verlaufener Geburt ein Fohlen bei Fuß führen. Für alle anderen Stuten muss vor der ersten Bedeckung ein tierärztliches Attest vorliegen. Die Tupferprobe ist somit Pflicht für güste Stuten, für Stuten, die verfohlt oder ein totes oder lebensschwaches Fohlen zur Welt gebracht haben, sowie für Stuten mit Erkrankungen nach der Geburt (z.B. Nachgeburtsverhalten). Anders als noch vor wenigen Jahren, wird sie jedoch auch bei den dreijährigen Maidenstuten gefordert, sowie bei älteren, erstmalig zu deckenden Stuten. Spätestens wenn die Stute im Verlauf der Decksaison ein zweites Mal umgerosst hat, sollte eine erneute Tupferprobe entnommen werden. Die vorgenannten Kriterien gelten bei einigen Hengststationen und Zuchtverbänden als absolute Bedingung, bei anderen nur als Empfehlung. Unabhängig davon sind die zuchthygienischen Untersuchungen im eigenen Interesse der Züchter wichtig. Jede vergebliche Besamung erhöht die Kosten in der Fohlenproduktion.
Praktischer Ablauf der Tupferprobe
Der beste Zeitpunkt für die Entnahme der Tupferprobe ist während der Rosse. Der Muttermund ist geöffnet, die Schleimhäute sind feuchter und stark durchblutet. Zur Probenentnahme führt der Tierarzt einen sterilen Einwegtupfer durch den Muttermund und den Gebärmutterhals bis in die Gebärmutter. Dort wird ein Abstrich der Gebärmutterschleimhaut entnommen. Wichtig bei der Entnahme ist, dass möglichst keine Fremdkeime aus dem Bereich Scheidenvorhof, Scheide oder äußerem Gebärmuttermund den Tupfer verunreinigen. Um ein falsch positives Ergebnis zu vermeiden, verwenden viele Tierärzte einen Mehrkammer-Tupfer, der erst in der Gebärmutter geöffnet wird und bei der Rückführung in einer Art Schutzhülle verschwindet. Neben dem eigentlichen Tupfern ermöglicht die Untersuchung dem Tierarzt einen Blick auf die Schleimhäute im Genitaltrakt. Feuchte, Beschaffenheit und Röte der Schleimhaut geben wichtige Hinweise auf die Geschlechtsgesundheit der Stute.
Nach der Tupferentnahme erfolgt die bakteriologische Untersuchung im Labor. Der Tupfer wird per Direktausstrich auf ein Nährmedium gebracht und für 24 bis 48 Stunden bebrütet. Ist nach dieser Zeit auf dem Nährmedium kein Bakterienwachstum erkennbar, ist der Tupfer negativ, also frei von krankmachenden Keimen. Bei einem positiven Ergebnis werden die Keime genauer ausdifferenziert. Das Nährmedium wird weitere 24 bis 48 Stunden bebrütet. Es wird ein Antibiogramm erstellt, ein Labortest, der die Wirksamkeit verschiedener Antibiotika überprüft. Je nach Ergebnis des Antibiogramms wird die Behandlung der Stute mit einem geeigneten Antibiotikum durchgeführt. Die Verabreichung kann per Injektion erfolgen oder durch sogenannte intrauterine Behandlungen, dazu gehören Gebärmutterspülungen oder das Deponieren eines Wirkstoffes direkt in der Gebärmutter. Dauer und Häufigkeit der Behandlung richten sich nach Art und Menge des Befundes. Ein Kontroll-Tupfer sollte in der folgenden Rosse entnommen werden. Bei negativem Befund ist die Stute für das Deckgeschehen zugelassen.
Hohes Infektionsrisiko
Die bei Tupferproben am häufigsten nachgewiesenen krankmachenden Keime sind z.B. ß-hämolysierende Streptokokken, E-coli, Klebsiellen oder Staphylokokken. Auch ein Besatz mit Hefen oder Pilzen ist möglich. Hierfür muss der Tupfer-Abstrich allerdings erheblich länger bebrütet werden, um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten. Die Gründe für eine positive Tupferprobe können unterschiedlichster Natur sein. Bei jedem Deckakt und auch bei jeder künstlichen Besamung gelangen unzählige Fremd-Keime in die Gebärmutter der Stute. Ein Infektionsrisiko birgt auch die gemeinschaftliche Haltung von Zuchtstuten und Wallachen auf einer Koppel. Trotz früher Kastration behalten einige Wallache gewisse Hengst-Ambitionen. Nicht selten hat so ein unkontrollierter Deckversuch Folgen: kein Fohlen zwar, aber eine massive Genitalinfektion der Stute. Die Forderung auch Stuten zu tupfern, die erstmalig in der Zucht eingesetzt werden, trifft bei den Züchtern häufig auf Unverständnis. Dabei ist eine Infektion durch „äußere Umwelteinflüsse“, wie es so schön heißt, gar nicht so selten. Die Gebärmutter stellt eine offene Verbindung zur Außenwelt dar. Über die äußere Scham, den Scheidenvorhof und den äußeren Muttermund ist sie sämtlichen Umweltkeimen ausgeliefert. Im Normalfall sorgt die körpereigene Abwehr dafür, dass krankmachende Keime umgehend eliminiert werden. Es reicht jedoch eine kurzzeitige Schwächung des Immunsystems, um eine aufsteigende Infektion bis in die Gebärmutter zu ermöglichen. Gerade jüngere Stuten müssen neben dem ersten Zuchteinsatz oft weiteren Beanspruchungen standhalten. Vorbereitung zur Stuten-Eintragung oder zur Leistungsprüfung, Stallwechsel und Wachstum sind nur einige der Stress-Faktoren, die zu einer kurzfristigen Herabsetzung der körpereigenen Abwehr führen können. Eine Tupferprobe ist daher bei allen Zuchtstuten, unabhängig von Alter oder vorherigem Zuchteinsatz, sinnvoll. Die Kosten für Tupferprobe und eventuell notwendige Behandlung stehen in keinem Verhältnis zu den Folgekosten durch wiederholtes Umrossen der Stute oder ein negatives Trächtigkeitsergebnis am Ende der Decksaison. Petra Rebhan
SUMMARY:
Every mare should have a swab sample taken prior to insemination or breeding. The veterinary surgeon uses a guarded swab to collect a smear of the inside of the uterus. This sample is examined by a laboratory and is also grown on culture medium to identify any harmful organisms. If the culture is positive for bacteria, the lab will do a sensitivity to determine which antibiotic will be the most effective to be used by the vet for treating the infection. Uterine infections may be caused by different factors. They may be mating-induced as the uterus is contaminated by foreign material every time the mare is bred or inseminated. Another reason may be an ascending genital infection due to a temporary breakdown of the immune system or the uterine defence mechanisms. Uterine swabs are used to determine reproductive soundness and help to avoid the spreading of sexually transmitted disease and enhance fertility in a mare.



