Als Fünf- und Sechsjähriger war er erfolgreichster Trakehner im deutschen Springsport. Im vergangenen Jahr konnte er mit seinem Reiter den 30. Sieg feiern. Heute siebenjährig, lässt er auf Youngster Touren die internationale Reiterelite aufhorchen.
Im Sächsischen Hauptgestüt Graditz wurde Altenbach von Sanssouci a. d. Altena II 1999 geboren. Als Hengstanwärter kam er nach Moritzburg, wo er seine Grundausbildung erhielt und im Folgejahr als Verkaufskandidat erste Schleifen in Springpferdeprüfungen sammelte. In Moritzburg sah ihn sein heutiger Besitzer. „Das Pferd hat mich vom ersten Moment an mit seiner Springmanier fasziniert. Als eine Stange fiel, sprang Altenbach den Rest des Parcours immer einen halben Meter höher als nötig“, erinnert sich Klaus-Peter Mayr. Überzeugt von Altenbachs Potential konnte er den Trakehner über einen Umweg von Bayern wieder nach Sachsen holen. Sein Musterschüler Phillipp Schober bekam den damals fünfjährigen Wallach zur Verfügung gestellt und dieses Team ist heute auch außerhalb Sachsens bekannt. „Wenn wir auf Turnieren unterwegs sind, ist nicht nur das Publikum von Altenbach begeistert. Bekannte Springreiter interessieren sich zunehmend für unseren Trakehner. Viele glauben es einfach nicht, dass ein Pferd mit dem Elchschaufelbrand gegen die internationale Springelite gewinnen kann“, sagt Klaus-Peter Mayr. Zu Recht stolz beschreibt er Altenbach als Siegertyp von hoher Rittigkeit mit viel Anpassungsvermögen am Sprung. „Er strengt sich immer sehr an und will alles richtig machen. So bekam er bei einer Springpferdeprüfung in Lienen die höchsten Noten und schnitt besser ab als Balue du Ruet aus dem Stall Schockemöhle“, freut sich Mayr.
So souverän wie im Sport, so gelassen ist das junge Pferd auch im Umgang. „Er bewohnt bei uns im Stall die erste Box. Von Rummel zu Hause oder auf Turnieren lässt er sich nicht stören. Da liegt er lieber im Stroh und knabbert sein Heu. Und tägliche Streicheleinheiten von unserem gesamten Stallteam genießt er gern“, sein Reiter, Phillipp Schober, 18-jähriger Gymnasiast aus dem sächsischen Rothenburg weiß, was er an seinem Pferd hat. „Wir sind seit zwei Jahren ein richtig gutes Team und haben gemeinsam den Weg vom M- zum S-Springen geschafft.“ So konnten sich beide, Altenbach als einziger Trakehner des Turniers, zu Beginn dieses Jahres in Leipzig bei der internationalen Youngster Tour gegen Profis mit einem 10. Platz behaupten („Der Trakehner“ berichtete). In den vergangenen Monaten gab es bei den SWE Thuringia Indoors in Erfurt bei der internationalen Youngster Tour in der Klasse M einen 4. Platz und im Finale Klasse S* einen 5. Platz für die beiden. Zum Großen Preis von Sachsen im April überzeugten Phillip Schober und Altenbach mit einem zweiten Platz in der Springprüfung Klasse M und mit einer Platzierung in einer Springprüfung der Klasse S. Beide Prüfungen waren international besetzt.
Dosiert und auf guten Turnieren soll Altenbach in diesem Jahr an den Start gehen. „Internationale Youngster Touren haben Vorrang. Im kommenden Jahr, achtjährig, werden wir Prüfungen in den Klassen S* und S** bestreiten. Bis dahin soll sich Altenbach noch gut entwickeln“, wünschen sich Besitzer und Reiter. Und noch eins wünschen sich die beiden, das Kürzel TSF. „Dass Altenbach ein besonderer Sportler ist, beweist er bei fast allen Turnieren. Ich denke, er hat diesen Zusatz zu seinem Namen verdient“, so Mayr.
Constanze Lenk



