Freitag, 18. Mai 2012
 


Neumünster ist im Herbst eines jeden Jahres Dreh- und Angelpunkt für Kunden aus aller Welt. Gekörte Hengste, nicht Gekörte, Reitpferde, Fohlen und Stuten bilden ein breit gefächertes Auktionslot. Glückliche und zufriedene Pferdebesitzer berichten...

Karin Lührs-Kunert

LIMBANI NMS 00/51 u. SERGEANT PEPPER NMS 02/15

Karin Lührs-Kunert zählt zu den renommiertesten Ausbilderinnen und Reiterinnen bis Grand Prix im Sattel von Trakehner Pferden. Auf höchster Ebene ist sie mit CONTE CONYARO erfolgreich unterwegs. Über die Auktionen in Neumünster kamen LIMBANI, geb. 1998 v. Polarpunkt – Schwalbenzug (Z.: Hinrich Dirks, Wittmund) und SERGEANT PEPPER, geb. 2000 v. Exclusiv – Enrico Caruso (Z.: Elisabeth Gilgen, Neuss) in ihren Stall. Für „KLK“ bedeutet der „Markt“ Neumünster etwas ganz besonderes: „Die einmalige Möglichkeit, aus einer großen Anzahl von in Frage kommenden Pferden auswählen zu dürfen, macht Auktionsplätze wie Neumünster so verlockend. Dazu gehören ein eingehender Einblick in die Ergebnisse der tierärztlichen Untersuchungen, auch in Anwesenheit und unter Beratung meines „Haus- und Hof-Tierarztes“, so die intensive Beobachtung der Favoriten über nahezu vier Tage in allen Lebenslagen. „So habe ich ein umfassendes Bild über Exterieur und Interieur, Verhalten, Habitus und Gesundheit: Kriterien, die so gebündelt sonst kaum zu beurteilen sind - gerade für mich als Ausbilderin, die ein rohes Pferd bevorzugt!“

Limbani war hier und da vom Pech verfolgt. Ihn liebe ich sehr; er vermittelt ein herrliches Sitzgefühl und verfügt über hohes Potential für die Zukunft. Bei Sergeant Pepper behaupte ich frank und frei, dass er – falls er gesund bleibt – einmal Grand Prix gehen wird. Sicherlich ist er kein Championatstyp, aber vom Kopf her, seiner Einstellung und vom Gangpotential hat er alle Möglichkeiten und Fähigkeiten!“

Caroline Muhlenkamp/UK

FUNNY HILL NMS 05/94 u. ISLE OF MAN NMS 05/27

Ein Besuch bei Caroline Muhlenkamp und ihrer Tochter Margo im Sommer 2006 zeigt: Hier in der traumhaften Parklandschaft von Oxfordshire ist ein kleiner, hochkarätiger Turnierstall zur Heimat für einige Trakehner Sportpferde, darunter zwei Neuerwerbungen aus Neumünster 2005, geworden. Aus den neuen Pferdeboxen in Luxusmaßen inmitten eines lichtdurchfluteten, ideal belüfteten, hohen Stalles blicken dem Besucher zufriedene Pferdegesichter entgegen. Caroline Muhlenkamp ist seit Kindesbeinen dem Trakehner verbunden. In Oxfordshire wurde nun ein lang gehegter Wunsch Realität: dem Pferd mit der Elchschaufel mit der erforderlichen Professionalität und dem notwendigen finanziellen Background alle sportlichen Möglichkeiten mit Konzentration auf den Vielseitigkeitssport zu vermitteln. Der spontane Entschluss, in Neumünster dabei zu sein, blieb nicht ohne Folgen: die dreijährige Prämienstute FUNNY HILL v. Summertime - Trocadero (Z.: Dagobert Vester, Hennef) und der Houston- Sohn ISLE OF MAN aus einer Herzruf-Mutter (Z.: Winfried Braun, Beckum) zogen ins Vereinigte Königreich.

„Funny Hill kam in ziemlich zerrüttetem nervlichem Zustand hier an, das Jahr harter Arbeit mit -zig Vorstellungen und der Leistungsprüfung war wohl zu viel für sie. Ich habe ihr Zeit gelassen, sich auszuruhen und zu akklimatisieren. Nun ist sie zu dem geworden, was ich erhofft habe: Ein ungemein einsatzbereites und leichtrittiges Pferd mit der richtigen Einstellung und ganz viel Potential. Sie ist sehr mutig im Gelände, packt alles an und vermittelt bei all ihrer Jugend meiner Tochter ein großes Gefühl der Sicherheit. Isle of Man ist noch erheblich gewachsen, ihn lassen wir reifen. Mit seinen großartigen Möglichkeiten am Sprung und mit seiner überlegenen Galoppade gibt er zu großen Hoffnungen Anlass. Zudem hat er ein großes Herz ... Ich denke, mit den beiden haben wir zwei Spitzensportler der Zukunft im Stall!”

Patricia Mallet u. Serge Barsalou/Quebéc/CDN

TITULUS NMS 03/32

„Als uns unsere Freundin Shawnda Nadeau die Frage nach einem Besuch der Hengstkörung in Neumünster stellte, schien der Zeitpunkt gekommen, einen gekörten Trakehner Hengst zu kaufen. Dann in Neumünster ließ uns der Auftritt von TITULUS v. Kasparow – Timber (Z.: Silke Musick, Schwanewede) in den Sitzen erstarren. Uns war klar, dass wir mit ihm den besten Springhengst der Körung vor Augen hatten.

Die Auktion: Umringt von unseren amerikanischen und kanadischen Freunden harrten wir der Dinge. Als Titulus den Ring betrat, ertönte Celine Dion’s „My heart will go on“ über die Lautsprecher – seltsam, in diesem Moment eine Sängerin zu hören, die aus unserer engeren Heimat stammt. Rasend schnell erfolgten die Gebote, bis sie plötzlich verhaltener wurden. Dann war das Gebot beim Gegenbieter, Serge murmelte, „biete noch einmal.“ Shawnda flüsterte, „Er kann richtig springen.“ Brad Kerbs hinter uns: „Der ist noch günstig und hat außerdem erstklassige Röntgenbilder.“ Serge begann immer finsterer zu blicken und verschränkte die Arme, und mit dem Gedanken „mit dem Mann musst du den Rest deines Lebens zusammenleben“ gab ich nochmals ein Gebot ab. Titulus war unser ...

Wir haben den Hengst zwei Jahre in Deutschland in der Obhut von Gerard Geling gelassen. Am 16. Februar 2006 kam er hier in Toronto an, mitten in einem starken Blizzard. Aus einer 12-stündigen Reise in die Quarantäne war ein 36-Stunden-Trip geworden. Serge machte auf dem Weg zur Quarantäne-Station kurzen Zwischenstop an unserer Farm: Titulus stand seelenruhig auf dem Hänger, sein Heu kauend. Mit meinen Fingern fuhr ich durch sein Fell, ich konnte nicht glauben, dass unser „Junge“ angekommen war und weinte, als sie wieder los fuhren. Er hat inzwischen unsere Hoffnungen mehr als erfüllt. Wir mussten angesichts der hohen Deckziffern weiteren Kunden absagen. Er hat nun begonnen ernsthaft zu arbeiten und er liebt es, seine Leistungsbereitschaft ist vorbildlich. Wir schätzen uns glücklich, dass wir ihn entdeckt haben. Kein Tag vergeht, ohne dass uns bewusst ist, dass wir richtig gehandelt haben. Ein Traum ist wahr geworden.“

Marleen u. Edward Fewtrell

HENNY NMS 00/ 114, AIDA NMS 05/103 u.a.

Die 20-köpfige Stutenherde des Singing Gestüts in der englischen Grafschaft Herefordshire beherbergt einige der besten Stuten aus wertvollsten Stämmen der weltweiten Trakehner Zucht. Mit großer Sachkenntnis und im Wissen um das Außergewöhnliche sind Edward und Marleen Fewtrell in Neumünster immer wieder fündig geworden. Spitzenstuten wie LUANA VON STEINBERG v. Michelangelo, HERBSTWOLKE v. Donauwalzer oder EBONY v. Enim Pascha wurden entdeckt. Doch lassen wir sie über HENNY v. Induc- Antares (Z.: Sören Nissen, Skals) und AIDA v. Sixtus – Marduc (Z.: Dr. Hartmut Zirpel, Lorsch) selbst berichten:

„Viele haben uns für verrückt erklärt, mit Henny eine solch bunte Fuchsstute zu ersteigern. Sie war auch vergleichsweise günstig. Aber mit ihren energischen Bewegungen bei betonter Schulterfreiheit und ihrem ruhigen Temperament fiel sie uns sofort ins Auge. Sie vererbt sich selbst. Ihr Hengstfohlen v. Solero, mit dem sie tragend war, haben wir für viel Geld an eine Schülerin des international erfolgreichen Dressurreiters Carl Hester verkauft. Chloe hat 2005 auch Hennys Arentino-Fohlen im Mutterleib gekauft und ist nun überglücklich über ihr Stutfohlen.

Auf Aida hat mich unser Freund Erhard Schulte aufmerksam gemacht. Ich hatte mich eigentlich auf eine Münchhausen-Tochter in der Kollektion festgelegt. Aber eine Sixtus-Tochter fehlte noch in unserer Herde, zudem kommt sie mütterlicherseits aus demselben Stamm wie unser Hengst Arentino, das Aushängeschild unseres Gestüts. Aida hat uns von erstem Moment an nur begeistert, sie ist eine enormes Kraftpaket mit unglaublich kraftvollen und raumgreifenden Bewegungen. Im Wesen ist sie dabei so fein und zart, wie ich es eben nur beim Trakehner erlebt habe. Ihr Hengstfohlen v. Cadeau, das sie im Mutterleib mitgebracht hat, ist ein klarer Hengstanwärter, der nicht zum Verkauf steht. Ich habe für Henny und Aida bereits hohe Kaufangebote erhalten, das steht nicht zur Diskussion. Sie zählen auch vom Wesen her zu meinen besonderen Lieblingen in der Herde.“

Norbert Butzbach

KATE NMS 98/87

Mit ganz besonderem Interesse beobachtete Norbert Butzbach aus Bretzenheim die ersten Schritte des Stutfohlens v. Friedensfürst u.d. Kassiopeia v. Caprimond (Z.: Claudia Mohlfeld, Ahrsen) in diese Welt. Sie gewann die Stutfohlen-Klasse der Fohlenschau auf dem Webelsgrund, Norbert Butzbach offenbarte Kaufinteresse, auch danach folgten Kaufangebote. In Neumünster sah man sich wieder. Von dem besonderen Flair der Veranstaltung ließ sich Norbert Butzbach hinreißen: Zum dritthöchsten Preis der Fohlenauktion, gleichauf mit dem späteren Reservesieger Hofrat und hinter dem heutigen englischen Supreme Champion Santa Fe wechselte Kate in seinen Besitz. „Neumünster-Bonus“ nennt der glückliche Besitzer den keineswegs eingeplanten Steigpreis heute ...

„Sie ist hinsichtlich ihrer Abstammung etwas ganz Besonderes, verbindet sie doch mit Friedensfürst und Caprimond zwei große Sportler und Sportpferdevererber. In ihrem großen Rahmen und der Bedeutung ihres Körperbaus erfüllt sie meine Vorstellungen von einer Trakehner Stute, wie sie in Konkurrenz mit Vertreterinnen anderer Warmblutzuchten treten muss – auch hinsichtlich ihrer großen Bewegungen. In ihrem Adel verkörpert sie eine Ausnahmeerscheinung. Kate hat bei mir eine gleichwertige Stellung neben der Jahressiegerstute Maja, die ich selbst gezüchtet habe.“ Auch in ihrer züchterischen Laufbahn hat die hochklassige Fuchsstute alle Erwartungen erfüllt: Nach zwei Hengstfohlen v. Summertime beglückte sie ihren Besitzer 2006 mit einem Stutfohlen v. Hohenstein und ist tragend von Kaiserdom. Und: Kate ist amtierende Bundessiegerstute der Bundesstutenschau Neustadt/Dosse im Jahre 2004.

Künftige Bundessieger, Jahressieger, Supreme Champions, Sportlerstars und weitere hochdekorierte Trakehner Pferde in Zucht und Sport gilt es in Neumünster auch vom 26. – 29. 10.2006 zu entdecken. Sie warten auf neue zufriedene Besitzer, von denen wir in der kommenden Ausgabe weitere vorstellen werden.

     Erhard Schulte

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