Anlässlich des 10. Bundesjunzüchterwettbewerbes trafen sich vom 1. - 3. August Jungzüchter und Betreuer zur 1. Trakehner Jungzüchterreise durch verschiedene Betriebe Mecklenburgs.
Für den Wettbewerb in Ribnitz – Damgarten hatten sich Annika Lutz, Nadja und Theresa Fischer (ältere Mannschaft), Frederike von Bothmer, Berenice Schulz-Gebeltzig und Inka Lührs (jüngere Mannschaft) qualifiziert. Als Peitschenführer und Schlachtenbummler waren Maria Lange und Freya Reymers mit dabei. Die Betreuung übernahmen unsere Bundesjugendbeauftragte Ulrike Sahm und Andrea Fischer-Brügge aus Westfalen.
1. Tag: 1. August 2006: Wir starteten am Dienstag auf dem Pappelhof in Staven bei Familie Sass. Am späten Nachmittag trafen nach und nach alle Teilnehmer ein, bevor später beim gemütlichen Grillen Neuigkeiten ausgetauscht und die Pläne für die nächsten Tage besprochen wurden.
2. Tag: 2. August 2006: Am Mittwochmorgen wurden wir nach reichlichem Frühstück von der „Chefin“ Andrea Sass über den Betrieb geführt, anschließend begann das „Trainingslager“. Wir bekamen zwei Pferde zur Verfügung gestellt, die wir in allen Einzelteilen beurteilten. Zur besseren Veranschaulichung malten wir den Knochenverlauf mit einem Viehzeichenstift nach. So wurde auch dem letzten von uns deutlich, welche Knochen wo sitzen und welche Auswirkungen z. B. eine steile Schulter auf die Lage des Widerrists und die Gangqualität eines Pferdes hat. Gleichzeitig überprüften wir die Korrektheit des Fundamentes mit einem selbst gebastelten Lot. Nach einer kleinen Mittagspause übten wir das korrekte Vormustern eines Pferdes, bevor wir uns vom Pappelhof verabschiedeten und zu unserer nächsten Station, dem Gut Schwichtenberg, aufbrachen. Dort angekommen wurden wir sehr herzlich von Kathie Rabe begrüßt und mit Kaffee und Kuchen verwöhnt. Anschließend gab es zunächst eine Führung über den landwirtschaftlich geprägten Betrieb, bevor erneut Beurteilen und Vorführen auf dem Programm standen. Die interessant gezogenen, angloarabisch geprägten und für die Vielseitigkeit prädestinierten Schwichtenberger Stuten regten zu aufschlussreichen Gesprächen mit der Züchterin an. Nach einer konzentrierten Theorieeinheit und jeder Menge Fleisch vom Grill kuschelten wir uns zum Schlafen in eine riesige Strohliegewiese ein.
3. Tag: 3. August 2006: Der nächste Trainingstag war ganz dem Freispringen gewidmet. Schon am frühen Morgen bei Frau Rabe hatten wir nach dem Frühstück die Gelegenheit, unterschiedliche Pferde über dem Sprung zu beurteilen. Bald verabschiedeten wir uns vom Gut Schwichtenberg und fuhren weiter nach Lupendorf. Bei Familie Kruschke beurteilten wir verschiedene Pferde im Stand und über dem Sprung. Nach nur einer Stunde ging es bereits weiter zum Gestüt Ganschow, wo eine heiße Erbsensuppe auf uns wartete. Nach der Stärkung bekamen wir eine ausführliche Betriebsführung, an die sich eine Kremserfahrt anschloss. Während wir noch von der riesigen Anlage und den weiten Wiesen schwärmten, ging es schon weiter nach Sanitz auf die Reitanlage von Familie Zehe. Hier stand wieder das Freispringen im Mittelpunkt. Durch sehr gut vorbereitete Pferde sahen wir viele harmonische Bilder und konnten eine Menge lernen. Unser letzter Anlaufpunkt für diesen Tag war das Ostseecamp in Dierhagen. Als wir dort eintrafen, war es bereits dunkel und wir froh, nach diesem langen Tag endlich ins ,,Bett“ zu kommen.
4. Tag: 4. August 2006: Entspannt und ausgeruht ging es nach einem späten Frühstück zur Ostsee, wo nochmals die Theoriebücher hervorgeholt wurden. Nach dem Mittagessen am Strand war unsere Trainingsreise beendet und es wurde Ernst. Wir fuhren nach Hirschburg auf das Gestüt Nordvorpommern zu den Deutschen Meisterschaften der Jungzüchter. Es folgte ein sehr spannendes, lustiges, erfahrungsreiches Wochenende, dessen Gesamtergebnis selten knapp ausfiel. Oft waren es einzelne Pünktchen, die über Sieg bzw. Platzierung entschieden. Umso erfreulicher, dass es Annika Lutz gelungen ist, sich den Sieg in der Altersklasse der älteren Jungzüchter zu sichern. Die Plätze zwei in der Theorie, sechs im Mustern und acht bei der Beurteilung des Freispringens beweisen, welch konstant gute Leistung Annika erbracht hat. Die Freude über ihren Erfolg war riesig! Dementsprechend wurde auf der traditionellen Jungzüchterparty am Samstagabend gefeiert. Weiterhin schaffte es unser „Küken“ Frederike von Bothmer sich in zwei Teilprüfungen zu plazieren. Sie war das erste Mal dabei und erreichte Platz fünf in der Theorie. Bei der Beurteilung des Freispringens konnte sie sich noch steigern und erreichte den zweiten Platz. Am Sonntag hieß es nach dem letzten gemeinsamen Frühstück für uns alle Abschied nehmen und die Trakehner Jungzüchter zerstreuten sich wieder in alle Himmelsrichtungen auf dem Weg in die Heimat. Ulrike Sahm



