Muss der oft zitierte Ruck durch die Trakehner Reihen gehen? Eine Feierstunde zum Jubiläum Trakehnens mit Eröffnung der Sonderausstellung „275 Jahre Trakehnen – Mythos im Zeichen der Elchschaufel“ war geplant. Was 350 geladene Gäste am Abend des 29. März im Deutschen Pferdemuseum in Verden erleben durften, berührte, rührte zu Tränen, sprach den Anwesenden mitten ins Herz. „Trakehnen lebt …“ schloss Hans-Heinrich Isenbart seine Festrede „… und – so versprechen wir heute und hier: in alle Zukunft.“
Der Mythos lebt. Das wurde jedem klar, der die festlich gekleideten Besucher auf dem Vorplatz des Pferdemuseums in Verden erleben durfte. Sie alle hatten sich vor der Nachbildung des legendären Tempelhüter-Standbildes versammelt, um an der feierlichen Eröffnung, die aufgrund der unerwartet zahlreichen Anmeldungen in letzter Minute in die Verdener Stadthalle verlegt war, teilzunehmen. Freiherr von Senden hatte vier Trakehner angespannt, um die Ehrengäste vorzufahren. In den Grußworten galt der Dank der Museumsdirektorin Gisela Fürle M.A. (Deutsches Pferdemuseum Verden) und Dr. Christoph Hinkelmann (Ostpreußisches Landesmuseum, Lüneburg) sowie Erhard Schulte, der sowohl die Ausstellung selbst als auch das Begleitbuch maßgeblich mitgestaltete. Weiterhin wurde allen Personen und Familien ein großer Dank ausgesprochen, die durch zahlreiche Ausstellungsstücke aus ihren privaten Wohnzimmern die Jubiläumsausstellung bereichert haben.
Unvergesslicher Höhepunkt des Abends war die ergreifende Rede von Hans-Heinrich Isenbart. Zum Ende der Feierlichkeiten in der Stadthalle stimmte Freiherr von Senden auf seiner Trompete nach alter Tradition das Ostpreußenlied an, bevor der Abend im Museum seinen Ausklang fand.
Auszüge der Festrede lesen Sie auf den folgenden Seiten. Den vollständigen Text finden Sie auf der Homepage des Trakehner Verbandes, www.trakehner-verband.de.
Muss ein Ruck durch unsere Reihen gehen, damit wir uns voller Stolz auf unsere Pferde, voller Demut ob ihrer Geschichte, mit ganzem Herzen und Verstand für die Zukunft der Trakehner einsetzen? Der Abend in Verden, die epochale Rede von Hans-Heinrich Isenbart könnten ein Anfang sein. IE
Auszüge aus der Festrede
von Hans Heinrich Isenbart, Verden, 29. März 2007
Das Jubiläum, das heute gefeiert wird, richtet aus dem Blick in die Vergangenheit den heute hoffnungsfrohen Blick in die Zukunft einer qualitätsvollen und weltweit anerkannten Pferdezucht. Trakehner Pferde. Das ist ein hoher Anlass und für viele Menschen Gelegenheit, mit Stolz zurückzublicken auf das, was von kenntnisreichen Menschen, was von leidenschaftlichen Pferdefreunden teilweise unter großen Mühen und Leiden, von passionierten Züchtern geleistet wurde.
Aber es ist eben auch ein gedankenvolles Zurückschauen. Ein Erinnern mit Trauer im Herzen um eine Zeit, die nicht wiederkehren wird. Ich bin aus eigenem Erleben nicht in der Lage, Ihnen heute eine fachliche Zuchtbilanz vorzulegen. Die Gefühle, die der Mythos Trakehnen auslöst, drängen sich immer wieder vor die sachliche Erörterung. Natürlich feiern wir ein Fest, mit Fug und Recht, wenn wir sehen was aus den Trümmern des Krieges und einer entsetzlichen Flucht schließlich bis heute geworden ist. Aber wenn wir an den Ort denken, wo es einst blühte und von wo es geflohen ist, an Trakehnen, blicken wir der Wirklichkeit ins Auge. Wir reden von Jasnaja Poljana, denn den Namen Trakehnen gibt es in Russland nicht mehr. Jasnaja Poljana – ist das einer der Namen, von denen Marion Gräfin Döhnhoff in ihrem Buch schrieb „Namen, die keiner mehr nennt“?
Ich will Ihnen eine Geschichte erzählen, aus dem Olympiajahr 1972 in München. Dressur Einzelwertung. Piaff unter Liselott Linsenhoff – Gold. Pepel unter Dr. Elena Petuschkowa UDSSR Silber vor Venetia mit Dr. Josef Neckermann. Und Pepel außerdem noch Gold in der Mannschaftswertung. Ich hatte vor der Medaillenzeremonie Gelegenheit, zu den wartenden Reitern zu gehen. Liselott Linsenhoff hatte ich gratuliert; dann stand in der Reihe am nächsten Pepel. Als ich Elena Petuschkowa gratulierte und ihren rabenschwarzen Hengst rühmte, der ja schon in Mexiko in der Mannschaft eine Medaille geerntet hatte, da sah sie aus dem Sattel lächelnd auf mich herunter, beugte sich ein wenig vor und sagte: Danke, danke. Ist doch eigentlich deitsche Pferd. Ist doch Trakehner von Kirow.“ Da wurde mir erneut klar, dass die Ahnenlinien dieses Pferdes, geboren in Kirow am Don, in gerader Linie zu seinen Ahnen nach Gurdzen führen, dem Vorwerk Trakehnen, auf dem die Rappherde stand. Am Ende eine knorrigen Eichenallee, die ich als Kind mit meinem Vater gefahren bin, der ein großer Liebhaber der Rappen war, dort lagen die hochgrasigen Weiden, auf denen im Frühling die schwarzen Hauptbeschäler Trakehnens standen. Namen wie der Vollblüter Hektor, Hirtenknabe, Polarsturm, Ararad, Polarstern. Ja, Polarstern. Der einzige, von dem man weiß, wo er abgeblieben ist. Im polnischen Hauptgestüt Liski bei Bartenstein. Unter Landstallmeister Paczinsky, dessen Sohn in Aachen schnelle Springen gewann. Da stand ich also vor Pepel und Elena Petuschkowa und sie merkte wohl, dass ich einen dicken Kloß im Hals hatte. Und sie klopfte mir von oben noch einmal auf die Schulter und sagte noch einmal „Danke, danke. Deitsche Pferd.“ Dann sah ich: Trakehnen lebt. Es lebt in seinen Pferden. In einer neu aufgebauten Zucht, ob in Russland oder in Deutschland. Wenn auch der original Trakehner Brand nicht mehr verwendet wird. Und das finde ich richtig. Nur geborene Trakehner Pferde durften ihn tragen: die einzelne Elchschaufel auf dem rechten Hinterschenkel. Die links gebrannte doppelte Elchschaufel trug das edle ostpreußische Warmblutpferd Trakehner Abstammung.
Was für einen Eindruck machte das Hauptgestüt auf mich als Kind bei meinem Besuch. Auf 6.000 ha lebten 3.400 Menschen und sorgten für 1.200 Pferde. Das konnte natürlich damals kein Besucher überblicken. Bleibend war nur ein Eindruck. Der Eindruck der gelassenen Ordnung, der zielgerichteten Organisation aller Mitarbeiter, vom Landstallmeister bis zum Reitburschen wusste jeder jederzeit was er zu tun hatte. Und er tat es – sofort. Ostpreußen war eine Region, die ganz und gar dem Pferd verschrieben war und das Pferd, Erzieher des Menschen seit Jahrhunderten, half einen Menschentyp zu bilden, der in seiner Gelassenheit mit freundlicher, überlegener Ruhe die feurigsten Pferde zu seinen engsten Freunden erzog.
Hier muss ich einen Augenblick unterbrechen und ich muss meinem Zorn Luft machen. Meinem Zorn über die immer wieder einmal auftauchende Behauptung, der Trakehner oder Ostpreuße sei ein Pferd mit schwierigem Temperament und so mache er im Gebrauch wie in der Ausbildung immer wieder mal Malheur bis zum offenen Ungehorsam. Ich weiß, wie dieses Gerücht entstand. In unserem Lande leben viel zu viele Menschen, die viel zu wenig von Pferden verstehen. … Widerstände beim Tier auslösen. Auch seinerzeit gab es im Osten keine Pferde, mit denen man nicht umgehen konnte. Leistungsbereitschaft, unendliche Treue, Härte, Ausdauer und – Menschfreundlichkeit, das war es, was den Ruf des edlen Ostpreußen Trakehner Abstammung ausmachte. So, wie es dieses Pferd im Lauf der Geschichte auf oft erschütternde Weise bewiesen hat. Auf dem Acker, als Soldatenpferd und vor dem Treckwagen im Flüchtlingsstrom zwischen den Trümmern des Krieges.
Einem guten Freund, einem alten Ostpreußen, einem gebürtigen Insterburger habe ich einmal in sein Buch geschrieben, das unter dem Titel „Pferd und Reiter im alten Osten“ erschienen ist: dass Pferdeliebe und Passion aus jener Zeit gewachsen sind, da man ohne Pferde nicht leben konnte, hinein in eine Zeit in der man das Pferd zum Leben nicht mehr braucht - wenn man denn ein altes, unendlich wertvolles Kulturgut entbehren will, weil man bewahren will, was auch zur Geschichte des Menschen gehört. Denn ein großer Teil der Menschheitsgeschichte lag auf dem Rücken der Pferde … und: Eine Brücke zu schlagen vom einst zum jetzt. Das scheint gerade dort notwendig zu sein, wo es um Werte geht, für die es keinen Denkmalschutz gibt. Statt unter dem Denkmalschutzbestimmungen die Bedachung eines alten Hauses nicht anrühren zu dürfen scheint es viel nötiger, ethische Grundbegriffe verflossener Zeiten im heutigen Denken und Handeln neu zu beachten. Vielleicht bemerken nun manche, dass in unserem Saekulum die jahrtausende alte Epoche, in der jeder freie Mann ein Reiter war, zu Ende gegangen ist. Und bemerken wir auch, dass das, was mit dem Pferd verloren ging, ein Stück Humanität ist?
In Ostpreußen und in anderen Landesteilen natürlich auch, waren das Pferdeverständnis und die Reiterei mit der Jugend, gewachsen, auf ganz natürliche Weise. Das einst Selbstverständliche aber muss heute gezielt gelehrt und gelernt werden. Eigenschaften und Fähigkeiten, die letztlich für den Umgang mit Menschen genauso notwendig sind wie für den Umgang mit Pferden. Und darum ist und bleibt der Umgang mit Pferden eine Schule der Menschlichkeit. Ist es und bleibt es.
Generationen von Menschen identifizierten sich in Ostpreußen und weit darüber hinaus mit dem Mythos Trakehnen schon zu den Blütezeiten der Zucht. Man musste nur einmal zu der Zeit der Trakehner Jagden oder zur Auktionszeit im Hotel Elch gewohnt haben. Wer sich dort alles zusammenfand. Alle, alle im Bann der Pferde, die später dem härtesten Leistungstest unterworfen werden sollten, der je Pferden abgefordert wurde. Später, nach der großen Blüte, vor den schweren Treckwagen und unter dem Sattel waren Pferde vielfach das einzige Transportmittel zu Lande in Richtung Westen. Auf Tausenden von Kilometern verdanken Tausende von Menschen diesen Pferden ihr Leben. Vorwiegend Frauen, Kinder und alte Leute. Und dort, wo sie im Westen ankamen, herrschte Mangel und die Einheimischen hatten oft für die Treckpferde weder Futter noch ein Herz.
Das Hauptgestüt hatte viel zu spät die Erlaubnis zum Treck erhalten. So wurden aus Trakehnen nur 27 Mutterstuten gerettet. Aus dem ganzen Land kamen von den insgesamt 26.000 Zuchtstuten etwa 1.500 Stuten im Westen an. Eine schmale Basis für das Überleben der Zucht und für den 1947 in Hamburg gegründeten „Verband der Züchter und Freunde des Ostpreußischen Warmblutpferdes Trakehner Abstammung e.V.“. Es war nur eine Handvoll Menschen, die augenscheinlich wider alle Vernunft ihren Pferden treu blieben, nicht aufgaben und damit die Zucht als lebendiges Kulturgut bis heute erhalten haben.
Ihre Zahl wuchs dann in der Nachkriegszeit. Die Pferde im Trakehner Verband überstanden die Mechanisierung der Landwirtschaft. Trakehner Pferde veredelten die Landeszuchten. In Hannover zum Beispiel sagte man immer wieder „Ohne Abglanz kein Absatz.“ Der Internationale Trakehner Hengstmarkt in Neumünster ist ein ostpreußisches Familientreffen, wenn man die Bande der Familie weit genug spannt. Denn inzwischen gibt es weltweit zehn Trakehner Tochterverbände. Neumünster ist heute eine strahlende Zentralveranstaltung mit weltweiter Ausstrahlung. Nach einem Anfang mit 575 Stuten und 45 Hengsten haben die Trakehner heute mit rund 3.750 Stuten und mehr als 200 Hengsten eine stabile Grundlage. Einer Bundeszucht der Trakehner fehlen ein Landgestüt und die hilfreiche Funktion der Landwirtschaftskammern.
Aber auch im Sport gelang es, an die glanzvolle Trakehner Vergangenheit anzuknüpfen. Hatten doch allein bei den Olympischen Spielen 1936 Ostpreußische Pferde sechs Gold- und eine Silbermedaille errungen. (…) Medaillengewinner bei Olympischen Spielen sind auch aus der vergleichsweise schmalen Zuchtbasis heute gewachsen: Perkunos – Stockholm 56, Pepel – Mexiko 1968 und München 1972, Ultimo - Bromont 1976, Peron – Atlanta 1996. Dazu World Cup-Sieger und und Platzierte sowie Sieger in internationalen Prüfungen wie Tyra, Hirtentraum, Kleopatra, Biotop, Acartenango, Perechlest, TCN Partout, Renaissance Fleur TSF, Solero TSF, Münchhausen TSF, Gribaldi rangieren unter den besten Dressurpferden. Erfolgreich sind sie auch in der Vielseitigkeit: Habicht, Grand Prix, Windspiel, Fontainbleau, Longchamps TSF, Miss Meller TSF, Herakles TSF und andere liefern ein Beispiel für Härte, Leistungsbereitschaft, Durchhaltewillen. An der Spitze der unvergleichliche Windfall: Gold bei den Panamerikanischen Spielen und Bronze bei Olympia Athen 2004.
Weltspitze der World Cup-Sieger mit Einzelsilber und Mannschaftsgold Los Angeles 92, der Schimmel Abdullah. Und die Jungen sind auch schon wieder auf dem Wege: Ich war kürzlich in Wien. Dort fand auf dem Gutenhof von Frau Wünschek eine Hengstpräsentation des Gestüts Birkhof statt. Wir hatten auf der Schmalseite der Reitbahn zwei Tribünen gebaut, mit einem schmalen Gang in der Mitte. (…) Durch das Tor gegenüber der Tribüne erschien ein Pferd nach dem anderen vor ausverkauften Rängen. Bis gegen Ende der Veranstaltung die Eingangstür einmal geschlossen blieb. Es wurde ein wenig heller hinter der Schmalseitentribüne, denn dort wurde eine kleine Tür geöffnet. Durch diese Tür schlüpfte ein schwarzbraunes Pferd, nahm sich auf und sprang nach drei energischen Galoppsprüngen mitten zwischen den Zuschauern über die Bande in die Bahn: So stellte sich Grafenstolz vor, unter Michael Jung. Grafenstolz, geboren 1998 v. Polarion a.d. Gipsy Lady v. Camelot. 2004 Bundeschampion und Weltmeister der jungen Vielseitigkeitspferde, 2005 erstmals siegreich in Kl. S, gewann 2006 die Bronzemedaille bei der Deutschen Meisterschaft. Grafenstolz, ausgezeichnet mit dem Titel „Trakehner des Jahres 2006.“ Ein Traum von einem Pferd. Bei aller Härte sanft, freundlich, dem Menschen zugewandt, geht bei Fuß durch Scharen von fremden Menschen. Ein Ostpreuße, wie ein Lamm. Seine ersten Nachkommen unter dem Sattel sind vielseitig begabte, moderne und bewegungsstarke Typen. Trakehner blühen!
Vor vielen Pferden habe ich mit Andacht gestanden, habe nicht genug schauen können, denn bald musste ich gehen oder sie gingen. In Trakehnen habe ich als Junge vor dem Landstallmeisterhaus vor einem Pferd gestanden und geschaut und geschaut. Und ich habe immer wieder versucht zu vergleichen, was mir immer wieder nicht gelang. Denn ich verglich diesen mächtigen Hengst, ein Standbild, geschaffen von Reinhold Kübart, mit den vielen Dreijährigen, die ich unter den Reitburschen im Gelände sah. Die mussten sich erst noch auswachsen. Heute kann ich mit so viel Zeit wie ich will vor diesem Denkmal stehen, den Bronze-Hengst studieren von vorn bis hinten solange ich will: Tempelhüter. Trakehner Hauptbeschäler, geboren 1904, von Perfectionist xx aus der Teichrose von Jenissei, zeugte in Trakehnen 333 Fohlen, darunter 65 Beschäler, 59 Trakehner Mutterstuten und 115 Auktionspferde.
1944, während Trakehner Hengste, Stuten und Fohlen in wilder Flucht der Kriegsfurie zu entkommen suchten, holten sich die Sowjets den bronzenen Tempelhüter nach Moskau. Dreißig Jahre später wurde auf einem russischen Tieflader ein Originalabguss des Denkmals von Moskau in die Reiterstadt Verden gebracht. Und dort steht er nun vor dem Deutschen Pferdmuseum auf einem Sockel, der die gleiche Höhe hat wie der in Trakehnen hatte. War es eine Vorahnung, dass Reinhold Kübart seinem Denkmal keinen Ostpreußenbrand mitgab, sondern auf einer kleinen Tafel am Sockel schrieb: „Dem deutschen Pferde“? (…) Vier Jahre lang hatte Hans-Joachim Köhler sich gemüht und verhandelt, ehe die Russen einem Originalabguss zustimmten, nachdem sie ihre Kriegsbeute aus Trakehnen in Moskau behalten wollten. Waldemar Zeitelhack half bei der Lösung und der Abguss kostete damals 10.500 US Dollar. (…)
In Trakehnen sah und sieht es aus, wie es Jacques Toffi in seinem zauberhaften kleinen Foto-Band geschildert hat. (…) Die Menschen in Jasnaja Poljana sind gastfreundlich, offen und trotz schweren Lebens immer wieder fröhlich. Menschen wohl auch für uns zum Lernen. Aber sie können nicht aufräumen, reparieren, restaurieren. Was verfällt, verwittert, das verfällt. Ihnen muss man helfen. (…) Es ist dem Verein der Freunde und Förderer des ehemaligen Hauptgestüts Trakehnen gelungen, mit Hilfe von Spendengeldern in Trakehnen wichtige Sanierungsmaßnahmen durchzuführen. (…) Und wenn Sie eine atemlose Stunde, die Sie lange nicht loslässt in Jasnaja Poljana verbringen wollen, besorgen Sie sich die „Winterreise nach Trakehnen“. Und lesen Sie darin von Fjodor Iwanowitsch Tuttschew: „Mit dem Verstand ist Russland nicht zu begreifen. An Russland muss man versuchen zu glauben.“ Das Strandgut des Weltkrieges aus den Weiten Russlands, angeschwemmt in einem vergangenen Paradies der Pferde, lebt dort. Armselige Häuser, bröckelnder Putz, zugige Fenster und mit Bindfaden zugebundene Türen dort wo einst – seit 1903 – die Hengste ihre eigene Sommerresidenz hatten, einen Paddock mit freiem Zugang zur Weide, erhöht im Gelände auf der so genannten Wartburg, wie sie in Trakehnen genannt wurde.
Trakehnen aber lebt, lebt hier, vor uns, bei uns, vor unserer Haustür, in Neumünster unter dem Postfach 2729 … und im ganzen Land. Trakehnen lebt in dem famosen Grafenstolz, lebt in Peron TSF, in dem Preisrekordler Songline, der sicher bald in Kanada Furore machen wird, in dem Siegerhengst King Arthur TSF mit Petra Wilm, in Kaiserdom TSF und Kaiserkult TSF. Trakehnen lebt, weit fort von seiner Geburtsstätte – seit 275 Jahren … und – so versprechen wir heute und hier: in alle Zukunft.
SUMMARY:
The special exhibition “275 years Trakehnen – myth under the sign of the moose antler” is presented by the German Horse Museum in Verden and the East Prussian State Museum in Lüneburg in cooperation with the Trakehner Verband. The ceremony in the evening of March 29 on the occasion of the exhibition’s opening and the anniversary of the Trakehner Verband saw more than 340 invited guest deeply moved by the speech held by Hans-Heinrich Isenbart, the famous equestrian journalist. For the first time, valuable exhibits from private hands as well as from the archives of the museums are publicly shown in one collection.



