Freitag, 18. Mai 2012
 


Zu jeder wirkungsvollen Werbe- oder Verkaufsanzeige gehören gute und aussagekräftige Fotos. Mögliche Kunden sollen durch die Abbildungen in Magazinen, Veranstaltungskatalogen oder dem Internet auf die gezeigten Pferde aufmerksam und neugierig gemacht werden. Dies gelingt besonders gut, wenn auf den Fotos eine freundliche, sonnige und farbenfrohe Stimmung wiedergegeben wird.

 

Das Licht

Bei Außenaufnahmen, die in der Regel eindrucksvoller sind als Fotos in Gebäuden, spielt das Wetter eine besondere Rolle. Es bestimmt die Grundstimmung sowie die Intensität der Farben auf den Fotos und ist daher von großer Bedeutung.
Damit Farben und Kontraste im Bild gut wiedergegeben werden können, ist es wichtig, dass es nicht dämmerig oder schon zu dunkel ist. Bei Nebel und verhangenem Himmel werden die Farben dunkel gedämpft, dadurch die Kontraste zu weich und damit die Stimmung auf den Fotos trübe.

Bei starker Mittags- oder Sommersonne können scharfe Schatten entstehen, die auf den Bildern durch den starken Kontrast zu den besonders gut ausgeleuchteten Bereichen als dunkle Flecken stören und die Konturen des Pferdes verwischen. Auf- und absteigende Sonne mit einigen wenigen hellen Wolken am Himmel eignet sich besonders gut zum Fotografieren. Die abgemilderte Sonne reflektiert die Farben des Fells, ohne scharfe und harte Schattenkanten entstehen zu lassen. Die Sonne sollte, um das Motiv optimal ausleuchten zu können, stets im Rücken des Fotografen sein.

 

Der Standort

Nach dem Wetter bestimmen der Hintergrund und die Bodenbeschaffenheit die Qualität und Aussagekraft des Fotos. Für Standaufnahmen sollte der Boden eben und sauber, für Bewegungsaufnahmen weich und federnd, dabei nicht zu tief sein. Bei Aufnahmen im Gras muss darauf geachtet werden, dass das Gras nicht zu lang ist und weder Hufe noch Beine verdeckt.

Der Hintergrund sollte, um nicht vom Pferd abzulenken, möglichst einheitlich oder natürlich sein. Eine Hecke, ein Rasenplatz oder entfernt stehende Bäume ermöglichen die differenzierte und ungestörte Betrachtung des abgebildeten Pferdes. Ein farblich deutlich abgesetzter Hintergrund bringt durch den Kontrast die Konturen und Linien besonders gut heraus. Ein ausgefallener und repräsentativer Hintergrund macht Kopfportraits und Standaufnahmen elegant und interessant. Ein Schloss wie Moritzburg, farbenfrohe Blumenrabatten, eine halbhohe Hecke beziehungsweise Mauer oder ein blühendes Rapsfeld sind hierfür gut geeignet.

 

Vorbereitung

Da auf den Fotos jedes kleine Detail und jede Unregelmäßigkeit festgehalten wird, ist es sehr wichtig, dass Pferd und Zubehör wie für eine Schauveranstaltung optimal herausgebracht werden (siehe DT, Ausgabe 05/06). Die Mähne sollte sauber frisiert oder eingeflochten sein und bei Standaufnahmen wirken das Einfetten der Hufe und das Einreiben von Nüstern und Augen mit Babyöl besonders effektvoll. Das Babyöl lässt Nüstern und Augen dunkler und dadurch größer erscheinen, eingefettete Hufe wirken sauber und gepflegt. Der Vorführer sollte ordentlich, sauber und in den offiziellen Farben gekleidet sein.

 

Helfer

Bei Standaufnahmen und Kopfportraits ist der aufmerksame und wache Gesichtsausdruck mit gespitzten Ohren eine Grundvoraussetzung, die ohne einen Helfer zum „Öhrchen machen“ kaum erfüllt werden kann. Diese Hilfsperson hat die Aufgabe, mit verschiedensten Utensilien die Aufmerksamkeit des Pferdes zu wecken. Hierzu werden gerne kleine Tonbandgeräte, Regenschirme, Plastiktüten, Papiersäcke, Quietschtiere, Klapperdosen oder Schlüssel verwendet. Diese Hilfsmittel müssen vorsichtig eingesetzt werden, um das Pferd weder zu erschrecken noch nach einer Weile zu langweilen.

 

Stand-, Kopf- und Bewegungsaufnahmen im Freilaufen oder an der Hand

Standaufnahmen sollen auf den ersten Blick einen möglichst positiven Gesamteindruck des abgebildeten Pferdes vermitteln. Kaliber, Rahmen, Farbe, Abzeichen, Exterieurmerkmale, Kopf und Ausdruck müssen auf dem Standbild optimal dargestellt werden. Die Pferde werden für die Standaufnahmen wie bei jeder Musterung offen in Richtung des Fotografen aufgestellt. Der Boden sollte eben sein und das Pferd gleichmäßig auf allen vier Beinen stehen. Stehen beide Vorderbeine hinter der Senkrechten, wirkt das Pferd rückständig und kopflastig, stehen die Hinterbeine zu weit heraus, wirkt das Pferd zu lang und hinten herausgestellt, stehen sie dagegen zu weit unter dem Körper, kann das Pferd gedrungen und kurz wirken.

Sobald das Pferd steht (nicht vorher), muss an der Hals- und Kopfhaltung, dem aufmerksamen Gesichtsausdruck und den gespitzten Ohren gearbeitet werden. Der Hals sollte etwas gewölbt sein, damit die obere Halsmuskulatur hervortreten und der Hals einen konvexen Oberbogen entwickeln kann. Den Kopf sollte das Pferd in leichter Aufrichtung ohne Spannung frei tragen. Tritt der Helfer zu früh in Aktion, wird wichtige Aufmerksamkeit des Pferdes verschenkt.
Bei Bewegungsaufnahmen können zwei Helfer notwendig sein. Der eine wirkt nachtreibend von hinten, der andere ist von vorne für den Ausdruck und die gespitzten Ohren zuständig. Schrittaufnahmen sind wenig aussagekräftig und sollten daher nur in Ausnahmefällen für Werbung verwendet werden. Im Trab und Galopp ist die Phase entscheidend. Das Pferd sollte sich auf den Fotos immer in der jeweiligen „Bergauf-Phase“ befinden. Der Fotograf sollte auf der gleichen Ebene wie das Pferd und bei Standaufnahmen ungefähr im rechten Winkel zu ihm stehen. Der Abstand zum Pferd ist abhängig vom Zoom, sollte aber weit genug sein, um alle Partien des Pferdes im gleichen Verhältnis aufnehmen zu können und nah genug, dass das Pferd das ganze Bild ausfüllt. Bei Bewegungsaufnahmen sollte das Pferd etwa in dem gleichen Abstand wie bei Standaufnahmen am Fotografen vorbei geführt werden, um möglichst viele „richtige“ Phasen zu präsentieren. Beim Freilaufen sollten zwei Peitschenführer das Pferd für den Fotografen „dirigieren“.
Frontalaufnahmen vom Kopf, die den Rest des Körpers schmal und unverhältnismäßig klein erscheinen lassen, sind für Werbezwecke absolut ungeeignet. Gleiches gilt für Fotos von angebundenen oder am einfachen Stallhalfter präsentierten Pferden.

 

Aufnahmen unter dem Sattel

Für die Aufnahmen unter dem Sattel wird das Pferd zunächst genauso vorbereitet wie für die Aufnahmen an der Hand. Zusätzlich wird es weiß bandagiert und mit einer weißen Schabracke gesattelt. Gleichmäßige Bandagen betonen dunkle Beine und gleichen unregelmäßige Abzeichen aus. Der Reiter sollte eine weiße oder einfarbige saubere Reithose sowie glänzende Stiefel und ein ebenfalls einfarbiges, möglichst eng anliegendes Oberteil oder Turnierkleidung mit Kopfbedeckung tragen. Mehrfarbige und gemusterte Kleidung sowie zu weite Pullover oder Jacken lenken vom Motiv ab und bringen Unruhe in das Bild.

Wie bei den Bildern an der Hand oder im Freilaufen können auch bei Aufnahmen unter dem Sattel zwei Helfer hilfreich sein. Je freundlicher und aufmerksamer auch das gerittene Pferd wirkt, desto besser wirkt auch das Foto auf den Betrachter.
Das Wichtigste beim Fotografieren ist, das Besondere eines jeden Pferdes herauszuarbeiten und zu betonen. Die Bilder müssen sich positiv abheben und Aufmerksamkeit erregen. Es ist daher unumgänglich, dass die Pferde für einen Fototermin optimal herausgebracht werden. Da es oft viel Geduld und Zeit erfordert, bis das gewünschte und gesteckte Ziel erreicht wird, sollten Fototermine in Ruhe geplant und vorbereitet werden.

 

SUMMARY:

A picture paints a thousand words – a phrase to remember when you want to advertise a horse for sale. A good picture is worth the trouble and if you are not a skilled photographer yourself, it might be better to have the pictures taken by a professional. The horse should be perfectly groomed and properly tacked. Watch the light and the background. In most standard photos the horse will be shown from the side, either standing still or trotting. A portray is also an option.

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