Freitag, 18. Mai 2012
 


Es gibt Dinge, die werden von Jahr zu Jahr besser. Für eine dreitägige Veranstaltung mit weit über 450 vierbeinigen Akteuren und deren Tross ist das allerdings ein hoher Anspruch. Jürgen Hanke und sein Team wagten es zum dritten Mal, das Internationale Trakehner Bundesturnier im Reiterstadion Hannover auszurichten.


Land unter hatte es vor zwei Jahren in den Stallzelten geheißen, hitzefrei hätte im Vorjahr gern so mancher beantragt, und im Regensommer 2007 beobachteten Veranstalter wie auch Aktive sorgenvoll die Wetterkarte. Denn mit trockenen Füßen steigt die Stimmung, da machen auch die härtesten Outdoor-Sportler keine Ausnahme. Daheim gebliebene meldeten Regenfluten. Das traditionsreiche Reiterstadion aber nahm mit Top-Wetter für Ort und Veranstaltung ein. Die Stimmung in Hannover war drei Tage lang schlicht und einfach Spitze! „Der Trakehner Verband ist der einzige, der so eine Veranstaltung auf die Beine stellt“, lobte Präsidentin Petra Wilm. „Das Konzept wie auch die jährliche Durchführung sind richtig. Die von Helmar Bescht hervorragend organisierte Fohlenauktion ist eine interessante Vermarktungsoption für unsere Züchter.“

Welch ein Elan hinter diesem ehrenamtlich auf die Beine gestellten Turnier steckt, können nur die ermessen, die im Vorfeld und mittendrin Verantwortung übernommen und viel Zeit investiert haben. Jürgen Hanke und sein bei der dritten Auflage bereits eingespieltes Team haben es geschafft, ihr eigenes Event noch einmal zu toppen. Verflogen die hektische Euphorie, die Hochspannung der Premiere. Selbstbewusst und entspannt empfing Reiter und Besucher die unvergleichliche Atmosphäre. Für den Sport selbst waren die Aktiven zuständig. Und die füllten drei volle Turniertage mit Leben, erfüllten manchen Trakehner Fan mit Stolz: Auch sportlich hat das Bundesturnier in Hannover sich zu einem überregionalen Event entwickelt. Zahlreiche Prüfungen waren mit Handicaps ausgeschrieben und dennoch erwies es sich einmal mehr als gar nicht so einfach, die Platzierungslisten zu erobern. Kleiner Wermutstropfen: Auf dem großen Viereck hätten Veranstalter und Publikum gern weitere Trakehner Top-Reiterinnen und ihre Athleten mit dem TSF-Kürzel begrüßt, gab es doch Startmöglichkeiten in drei S- und zwei Grand Prix-Prüfungen.

Zu einer Veranstaltung mit Niveau – und dieses Attribut darf sich das Trakehner Bundesturnier ganz unbescheiden auf die Fahnen schreiben – gehört mehr als guter Sport. Gastfreundschaft zum Beispiel: Trakehner Reiter aus Belgien, Dänemark, Litauen, Luxemburg, den Niederlanden und Polen waren bei uns. Erfolgreich in Viereck und Parcours, gut gelaunt genossen sie nach zum Teil sehr weiten Anreisen Hannover. Besondere Reiter, in diesem Jahr vielmehr Reiterinnen, eroberten bei ihren Auftritten die Herzen des Publikums: Allen voran die für das Haupt- und Landgestüt Schwaiganger reitende Friederike Schulz-Wallner mit hinreißenden Darbietungen der jungen Hengste. Voller Konzentration und Gefühl die Dressurreiterin Pascale Sax aus Luxemburg und im Parcours die Züchtertochter Franziska Bunte, die die von ihrem Vater gezogenen Schimmel mit feiner Hand vorstellte.In der Jugend, im pferdebegeisterten Nachwuchs liegt unsere Zukunft. Sie halfen, sie rannten, sie ritten, sie gehören mit ihren Prüfungen auf E-Niveau zum Herzschlag der Veranstaltung!

Einmalig auch die Verknüpfung Zucht und Sport, die hier unter dem Trakehner Banner demonstriert wurde: Zahlreiche gekörte Hengste platzierten sich, vom Dreijährigen bis zum Grand Prix-Sieger. Die Fohlenauktion läuteten einige Väter unter dem Sattel ein; ihre Kinder fanden zu Spitzenpreisen neue Besitzer und werden vielleicht in einigen Jahren unter dem Sattel wieder mit vor Ort sein … denn auch in der Kontinuität liegt die Zukunft. Fortsetzung folgt vom 4.-6.Juli 2008.

 

Junge Väter, beeindruckende Athleten

Sie zählen zu den Highlights des Internationalen Trakehner
Bundesturniers in Hannover: die Reitpferdechampionate.

Hier werden die Remonten vielfach zum ersten Mal einer breiten Öffentlichkeit unter dem Sattel präsentiert, hier müssen frisch gekörte Väter ihre Qualitäten unter dem Reiter beweisen und: Hier werden die Tickets für die Bundeschampionate in Warendorf vergeben, bei denen die besten Sportpferde Deutschlands ausgezeichnet werden.

Die Güte der Kollektion der Drei- und Vierjährigen , die sich für den Finaltag qualifiziert hatten, war unterschiedlich: Bei den dreijährigen Hengsten verzichteten Siegerhengst Songline v. Summertime und Reservesieger Donaugold v. Distelzar auf den sportlichen Wettkampf. Dennoch setzte sich die Abteilung aus hoch dekorierten Junghengsten zusammen: Prämienhengst ZAUBERFÜRST v. Interconti, BALLZAUBER v. Axis, im Besitz des Olympia-Reiters Darren Chiacchia (USA), Prämienhengst KROKANT v. Lauries Crusador xx und der sportliche TRISTAN v. Münchhausen. Der typvolle Zauberfürst profitierte von den überragenden reiterlichen Qualitäten von Friederike Schulz-Wallner vom Bayerischen Haupt- und Landgestüt Schwaiganger, die den Hengst zu jeder Zeit und trotz Starkregens im Finale locker, schwungvoll und zufrieden vorstellte. Die Richtergruppe Bruno Six, Cord-Friedrich Wassmann und Tonius Lehmkuhl und die beiden Fremdreiterinnen Anna-Sophie Fiebelkorn und Anja Rietbrock honorierten die hervorragenden Grundgangarten und die Rittigkeit mit Höchstnoten – mit 8,8 setzte sich der Braune an die Spitze. Auf dem zweiten Rang folgte Krokant unter Sabrina Ertner mit der Endnote 8,5. Bei seiner Körung mit dem Titel des besten Halbblüters ausgezeichnet, präsentierte er sich sportlich und fleißig, wenn auch aufgrund seines hohen Blutanteils in der Entwicklung noch etwas „grün“. Mit 8,4 und 8,3 auf den weiteren Plätzen lagen Ballzauber, der wie schon in Münster durch Takt und Potenzial begeisterte, und Tristan dicht beisammen.

Die dreijährigen Stuten und Wallache erreichten die Qualität der Hengste nicht ganz. Auffällig war die athletische BONA FIDES v. Cadeau, die bereits bei ihrer Stuteneintragung mit 56 Punkten und bei ihrer SLP mit einer Wertnote von 8,3 brillierte und Siegerin ihrer Eintragung Niedersachsen/Hannover war. Mit derselben Endnote dominierte sie unter Nadine Rüdiger das Teilnehmerfeld und sicherte sich ihren Fahrschein nach Warendorf. Eintragungssiegerin GUTE NACHT von Buddenbrock konnte unter Sonja Veerkamp ihre Ausnahmebewegungen noch nicht voll entfalten und sortierte sich mit 8,1 auf Platz zwei ein.

Nicht ganz so homogen wie das Quartett der dreijährigen Hengste muteten die Vierjährigen an. Grund: Ausnahmesportler und Reservesiegerhengst 2005 IMPERIO. Ebenfalls von Friederike Schulz-Wallner feinfühlig vorgestellt, bestach er bei jedem Auftreten mit ungemeiner Sportlichkeit. Zuchtleiter Lars Gehrmann urteilte über den Connery-Sohn: „In der Form, in der sich Imperio hier präsentiert hat, ist er der Prototyp eines modernen, blutgeprägten und großlinigen Trakehner Sportpferdes.“ Die Richter Tonius Lehmkuhl, Ludwig Hecke und Reinhard Richenhagen belohnten die eindrucksvolle Bewegungsmechanik mit Bestnoten, beide Fremdreiterinnen urteilten 9,5, so dass sich Imperio mit einer Wertnote von 8,9 spielerisch den Start in Warendorf sicherte.

Ebenfalls mit bester Sportlichkeit ausgestattet, meisterte CANZLER v. Amatcho AA mit Viktoria Eulner die Aufgaben. Bereits beim hessischen Landeschampionat und in seinem 30-Tage-Test hoch platziert, rangierten ihn die Juroren mit 8,6 hinter Imperio. Siegerhengst HERZENSDIEB v. Tambour machten die Nerven einen Strich durch die Rechnung. Zwar kassierte auch er für seine Grundgangarten Noten, die kaum höher sein konnten. Für wiederholte kurzfristige Blockaden unter seinem neuen Bereiter Manuel Bammel tadelten ihn die Richter im Gesamteindruck aber mit einer 6,5. Endergebnis: 8,4. Für den gekörten Sir Arthur v. King Arthur-Michelangelo, vorgestellt von Marcel Wolf, blieb mit 7,9 der vierte Platz.
Bei den vierjährigen Stuten und Wallachen zeigte sich ein ähnliches Bild wie bei den Dreijährigen: KARENA v. Freudenfest, Siegerin ihrer Eintragung und ihrer SLP, war unter Daniela Schunko stets aufmerksam und fleißig, besonders mit ihrem kraftvollen, raumgreifenden Galopp punktete sie bei den Richtern. Mit 8,4 stand sie klar auf Platz eins, gefolgt von Siegerstute IN VITA v. Buddenbrock, die mit lockeren und schwungvollen Trabbewegungen glänzte und unter Pascale Sax mit einer 8,2 die Prüfung beendete.    Julia Martin

Der Weg in den Sport

Champions von heute und morgen kristallisierten sich
auch in den weiteren Basis- und Aufbauprüfungen heraus.

Neu in der Ausschreibung waren zwei Eignungsprüfungen, davon eine mit Geländeteil. 17 bzw. 11 Starter sind noch ein übersichtliches Feld. Gerade diese Prüfungen haben einige Aussagekraft bezüglich der vielseitigen Eignung der jungen Reitpferde, so dass ihnen die Wiederaufnahme im kommenden Jahr dringend zu wünschen ist.

Hohe Noten kassierte das Spitzenfeld in den Dressurpferdeprüfungen Kl. A, die den vier- und fünfjährigen Pferden vorbehalten und stark besetzt waren. Die für die Bundeschampionate qualifzierte ZENITH v. Monteverdi TSF war unter Kristine Möller das bestbenotete Pferde beider Abteilungen und platzierte sich in Kl. L bei den Fünfjährigen ganz knapp hinter KASIMIR v. Ivernel unter Katja Camp auf Platz 2. Weiter oben wurde die Luft deutlich dünner. Der diesjährige Champion der Dressurpferde, der 6-jährige KAROLINGER I v. Latimer eroberte den Titel mit zwei Siegen mit der WN 7,5 und ließ auch in der Dressurpferde-L der Konkurrenz keine Chance. Mit Peter Koch nicht nur hinsichtlich der Körpergröße passend beritten, deutete der mächtige Rappe sein Potenzial klar an. Kontinuierliche Leistungen in beiden M-Prüfungen zeigten die Herzruf-Tochter VIVA 24 unter Brigitte Werle und KINLEY BS v. Pyatt Charly unter Antje Hell.

Niveau im Aufwärtstrend

Im Parcours, das überraschte niemanden wirklich, wächst ein Jungstar heran, der sich in Hannover als einsame Spitze präsentierte.

HIRTENTANZ absolvierte unter Takashi Haase zwei Runden in der Springpferde-A, die mit 9,0 und 8,8 benotet, nahezu konkurrenzlos schienen. Auch das Rahmenprogramm der Fohlenpräsentation bzw. -auktion absolvierte der 4-jährige Axis-Sohn rittig und überlegen und brachte nicht nur seinen Reiter, Bereiter im renommierten Springstall Luther, zum Schwärmen: „Er ist das beste junge Pferd, das ich jemals geritten habe.“ Seinen Einstand gab in Kl. A mit Platz 2 der neue Trakehner Springchampion: Aus Litauen kommen der fünfjährige Hengst ERUDITAS v. Viskis und Nerijus Sipaila, die an dem folgenden Tag in der Springpferde-M die Konkurrenz Respekt lehrten und jeweils mit der WN 8,0 die Plätze 1 und 2 belegten.
In den Springpferdeprüfungen fielen zudem zwei Stuten auf, direkt aus dem Züchterstall beritten: Ricarda Vollmers, mit der bewährten FABIENNE v. Abdullah auch in Kl. M und S erfolgreich, ritt die schneidige Waitaki-Tochter FORMIDABLE in den Aufbauprüfungen Kl. L und M zum Sieg. Beide Stuten sind Töchter der E.St. Fortune v. Camelot, Stammstute und Leistungsvererberin im Züchterstall Vollmers und Mutter von bisher 15 Fohlen. Franziska Bunte siegte mit PEU A PEU v. Kasparow in der zweiten Springpferde-L und platzierte die Stute in Kl. M auf den Plätzen 3 und 4. Die Schimmelstute ist, ebenso wie POOR GREY v. Almox Prints, mit dem die Studentin am Sonntagnachmittag ihr erstes S-Springen gewann, eine Tochter der E.St. Patrizia, die beiden Kindern unverkennbar das Erbe ihres Vaters Bajar Sh.A mitgegeben hat und bei Familie Bunte bereits 17 Fohlen brachte. In Kl. L und M ganz vorn dabei war auch Jenny Zimpel mit ihrem Sanssouci-Sohn FÜRST BERNHARD K.
Das M/A und das S-Springen waren keineswegs „Trakehnerfreundlich“ aufgebaut. Der großzügig bemessene Parcours ermöglichte eine ebenso großzügige Linienführung, die aber höchstens Laien darüber hinwegtäuschte, das hier durchaus massiv aufgebaut war. Dass im M/A acht fehlerfreie Ritte und auch im S-Springen kein einziger Ausfall zu verzeichnen waren, zeigte, dass sich das Spitzenfeld in jeder Konkurrenz sehen lassen kann. Die Gäste aus Litauen eroberten in den größeren Springen Siege und Platzierungen, flankiert von den gekörten Hengsten Bel Espace Go v. Maizauber, Caruso Nero v. Arcus xx und Sky Dancer v. Beg xx.

Gutes Spitzenfeld im Gelände

Eine Domäne der Trakehner liegt in der Vielseitigkeit?
Klasse war am Start, ein wenig mehr Masse ist erwünscht.

Die Ergebnisse der Geländepferdeprüfungen und der Kombinierten Prüfungen Kl. A und L zeigten einmal mehr, dass ein Buschpferd ohne akzeptable Vorstellungen im Viereck und im Parcours heute nicht vielseitig genug ist. Mit einer glatten 9,0 die Spitzennote im Gelände erhielt Patrick Schlösser mit der Vorstellung des 6-jährigen LITLLE CONNECTION v. Preußenprinz, gefolgt von Kai-Steffen Meier auf der von seinen Eltern gezogenen KARAMICA PICCOLA M v. Windfall, die sich durch den Sieg in der Kombinierten Prüfung Kl. A später mit dem Titel des Trakehner Gelände-Nachwuchschampions schmücken durfte. Erfreulich: Bei 20 Startern in der Prüfung zogen die Richter neun Mal die WN 8,0 und besser.

Die Geländepferde-L entschied der in dieser Saison bereits mehrfach erfolgreiche NOBLE DANCER 5 v. Nerv unter Juliane Adner mit einer 8,5 für sich. Sandra Freericks ritt L’ETOILE v. Handryk hier auf Rang 3. Der 6-jährige wurde durch seinen Sieg in der Kombinierten Prüfung Kl. L Trakehner Geländechampion 2007. An drei von sechs Startern vergaben die Richter Wertnoten zwischen 8,5 und 8,3: Auch in Kl. L war ein gutes Spitzenfeld unterwegs. Der Schwierigkeitsgrad der Kurse, so der Sektionschef Gelände, Hans-Wilhelm Bunte, war durchaus angemessen, ging es doch immerhin um Qualifikationspunkte für die Bundeschampionate. Die geringe Starterzahl in Kl. L ist für die Veranstalter bedauerlich und dürfte mehrere Ursachen haben: Für eine Gelände- bzw. Kombinierte Prüfung fährt kaum jemand quer durch die Republik, wenn er die Qualifikation auch nah der Heimat erreichen kann. Zum anderen sind am vorletzten Juli-Wochenende bereits viele Aspiranten für Warendorf qualifiziert, so dass für sie ein weiterer Start unnötig ist. Der Termin im kommenden Jahr erhöht hoffentlich die Chance auf mehr Starter im Busch.

In der Vielseitigkeit Kl. L, besetzt mit 16 Startern, dominierte ein Damen-Trio: Annette Schroers und ihr LARONJO v. Elitär siegten unangefochten und mit großem Abstand mit ihrem Dressurergebnis von 39,10 vor Jennifer Krüger, die die letztjährige Geländechampionesse HANKA v. Bulrush xx weiter aufbaut und Stephanie Wyrwoll, die mit LACORNA v. Cornus in einer fehlerfreien Geländerunde auf Platz 3 galoppierte.

Einer dominierte sie alle

In den schweren Klassen der Dressur, der Intermediaire II
und dem Kurz-Grand Prix bot der Siegerhengst von 1997, Münchhausen TSF, das beeindruckendste Bild.

Der kapitale Hohenstein-Sohn, der sich schon auf Top-Plätzen wie dem CHIO in Aachen der internationalen Konkurrenz stellte, wurde von Michael Oldenbourg stets locker und sehr rittig präsentiert und fehlerlos durch die Lektionen pilotiert. Lediglich beim starken Trab hätte der Reiter seinem sportlichen Partner etwas mehr Luft nach vorne lassen können. Mit 71,87 Prozent in der Intermediaire II und mit 69,51 Prozent im Grand Prix bekam das Paar jeweils die Goldene Schleife angesteckt. In beiden Prüfungen auf Rang zwei platziert (66,99 Prozent und 66,67 Prozent) waren Kapriolan F und Eva Zieglwalner. Der gekörte Exclusiv-Sohn meisterte die Aufgaben locker und flüssig – da machte Zuschauen Spaß.

Chef-Richter Friedrich Hermecke fällte ein klares Urteil: „Wir haben hier einige hoch veranlagte Pferde gesehen, die auch bei anderen Turnieren ganz vorne mitlaufen können. Vor allem Münchhausen zeigte schöne Übergänge, ausdrucksstarke Piaffen und Passagen und erhabene nach vorne gesprungene Wechsel.“ Julia Martin

Triple Crown nach Luxemburg

Die goldenen Schleifen in allen drei S-Dressuren gingen nach Luxemburg. An Pascale Sax und dem 12-jährigen Kostolany-Sohn BONUS 15 kam die Konkurrenz nicht vorbei.

 

Die sympathische Reiterin und der Schimmel aus schwedischem Besitz waren bereits das vierte Mal auf dem Trakehner Bundesturnier und krönten eine hervorragend laufende Saison mit diesem Sieges-Abo in Hannover.

Auch bei den anderen Reitern machte das Zusehen Freude. Wie sehr ein Pferd in passendem Beritt aufblühen kann, bewies Siegerhengst K2, der sich unter Falk Rosenbauer souverän sämtliche zweite Plätze in Kl. S sicherte. Der hochblütige schwarzbraune Stradivari-Sohn sammelt derzeit gleichzeitig Erfahrung und Erfolge im großen Viereck und zeigte sich stets ausdruckstark und konzentriert. Ihm auf den Fersen der gleichaltrige, kontinuierlich aufgebaute KAISERDOM TSF v. Van Deyk unter Kathrin Meyer zu Strohen. Dem imponierenden, bereits S-siegreichen Schwarzbraunen hätte man in Hannover ein wenig mehr Losgelassenheit gewünscht. Zwei weitere junge S-Pferde empfahlen sich: Der Dillenburger Landbeschäler EPERNAY v. Buddenbrock platzierte sich unter Viktoria Eulner in Kl. S. Das Küken der Prüfungen, die erst 7-jährige ISELLE 4 v. Münchhausen TSF, behutsam vorgestellt von August Camp, ging vor einigen Jahren über das Trakehner Frühjahrsmeeting zu Christiane Camp und zeigt sich bei Familie Camp als feines Nachwuchstalent. Zwei weitere Stuten tanzten bei jedem Auftritt ins Geld: Die bezaubernde Caprimond-Tochter AVONI unter Peter Koch sowie SEA CLOUD 4 v. Hohenstein, die unter Nicole Klatt-Cissee in Niedersachsen schöne Erfolge sammelt.

Väter mit Erfolgen

Den gekörten Hengsten gilt in sämtlichen Prüfungen ein besonderes Augenmerk.

Ein Paradebeispiel für Top-Interieur lieferte Siegerhengst MÜNCHHAUSEN TSF, der unter dem dritten Reiter innerhalb eines Jahres leistungsbereit und ausdruckstark wie eh und je bei der Sache war und auch seinen Boxennachbarn MONTEVERDI TSF auf die Ränge verwies. Auch KAPRIOLAN F bewies unter Eva Zieglwalner seine Zugehörigkeit zur Grand Prix-Liga.

In der Kleinen Tour starteten insgesamt sechs gekörte Hengste, von denen K2 und Kaiserdom TSF mit hohen Platzierungen gefielen und gemeinsam mit Epernay ein Trio viel versprechender achtjähriger Nachwuchsathleten stellten. Am Start waren zudem POLARZAUBER TSF unter Nicole Kochskämper, SHOWTIME unter Leonie Bramall und Pascale Sax hatte PERON JUNIOR gesattelt, der sich in ihren Händen kontinuierlich entwickelt.

Karolinger dominierte klar die Aufbauprüfungen der Sechsjährigen, während in den regulären M-Dressuren wiederum zwei Achtjährige positiv auffielen: THALYS war unter Christiane Hollmann-Raabe mehrfach hoch platziert. Vielseitig im besten Sinne zeigte sich AXIS, der unter Terhi Stegars nicht nur selbst bei jedem Start hoch platziert war, sondern auch mit seinen Söhnen Hirtentanz und Ballzauber für Furore sorgte. CONNERY, dessen Sohn Imperio einer der heimlichen Stars des Turniers war, siegte unter Katrin Poll in einer Dressurprüfung Kl. M. Auch die junge Garde gab ihren Einstand auf dem Viereck: In den Dressurpferdeprüfungen Kl. L und A eroberten neben Karolinger und KASIMIR unter Katja Camp, auch LOSSOW, vorgestellt von Christiane Hollmann-Raabe, Lord Luciano unter Melanie Sandig, sowie Herzensdieb unter Manuel Bammel und FINCKENSTEIN mit Markus Waterhues vordere Plätze. Eigentlich als Dressurpferd aufgebaut, holte sich PATMOS in ganz neuer Funktion eine goldene Schleife: Unter Björn Plaas-Beisemann siegte er in der Hunterprüfung, die auf dem Bundesturnier ihre Premiere erlebte.

In der Springpferde-A traten neben Hirtentanz auch HERZOG und STURMKLANG unter Fabian Lipsky an. In Kl. L holte LICHTBLICK v. Nerv unter Marco Nagel eine goldene Schleife. In Kl. M und im S-Springen kämpften wie im Vorjahr BEL ESPACE GO unter Fabian Lipsky, CARUSO NERO 335 mit Andreas Dibowski im Sattel sowie SKY DANCER unter Jochen Fromberger erfolgreich um vordere Platzierungen.

Teamarbeit

Erweiterte Möglichkeiten bot die Ausschreibung für die Mannschaftswertungen der Zuchtbezirke.

Im Dressur-Mannschaftswettkampf Kl. M waren immerhin sieben Mannschaften am Start. Hier siegte der Zuchtbezirk Rheinland-Pfalz/Saarland/Luxemburg mit Willi Feltes und Mon Baron v. Münchhausen TSF, Eliza Wild mit Archimedes v. Polarpunkt und Britta Rathje mit Bernado v. Caprimond. Auf Platz 2 folgten die Niedersachsen, dann die Mannschaft Rheinland II. In der Mannschaftsdressur Kl. L revanchierten die Rheinländer sich und siegten vor Niedersachsen-Nordwest und Niedersachen-Hannover. Zum siegreichen Team gehörten Stefanie Sacree-Rogge auf Ishanti v. Fontainbleau, Sabrina Lucht auf Polarperle v. Münchhausen TSF, Bianca Ramsport auf Montana v. Lucito M und Michael Oldenbourg auf Kadabra v. Monteverdi. Im Springen, der Wertung aus zwei Springprüfungen der Kl. L ging der Sieg in die Neuen Bundesländer: Sebastian Kapps mit Kaspar v. Friedensfürst, Krystian Kaszuba mit Orion v. Ovid M, Stephan Günther mit Ultor v. Abasko xx und Maren Günther mit Ustinov v. Beg xx holten sich die goldenen Schleifen vor den Senioren aus Niedersachsen, denen wiederum die eigenen Junioren dieses Mal noch höflich den Vortritt ließen.

Belgisches Rahmenprogramm

Unter dem Motto „Gruss aus Belgien“ stand das Rahmenprogramm
des Turniers 2007 im Zeichen des Partnerlandes.

Durch die Initiative und Vermittlung von Wilhelm-Josef und Marianne Dahmen, Gestüt Tannhof im Hürtgenwald, und Zuchtbezirksvorsitz Rheinland konnte die dem Zuchtbezirk angeschlossene Züchtergruppe in Belgien gewonnen werden, die Gestaltung zu organisieren. Federführend übernahmen Gilles und Myriam Samyn, Ham-sur-Heure, Haras des Quatre Chemins, die Initiative für den Belgischen Abend am Turnierfreitag im Hotel Fora und eine Hengstpräsentation als Showprogramm am Samstagnachmittag. Beides sprengte alle Erwartungen und zunächst die Räumlichkeit im Hotel, denn viel mehr Gäste als erwartet  und reserviert erschienen zum Dinner. Die bunte Mischung der Turnierbesucher entwickelte sich insbesondere an der Hotelbar zu einer internationalen Party mit einer Mischung aus französischer, englischer und auch russischer Konversation. Es war eng, man rückte zusammen - so auch der Aufruf der Begrüßungsrede von Gilles Samyn, der seinen Vortrag mit feinem französischen Akzent einbrachte und begeisterten Applaus erhielt. Belgische Köstlichkeiten im Dessertbereich und original belgischer Kaffee versüßten den Abend exquisit.

Das Showprogramm am Samstagnachmittag im Reiterstadion brachte ein Wiedersehen mit den Prämienhengsten GUZZI v. Herzzauber (Körung 1995) und MASERATI v. Partout (Reservesieger der Körung 1997) aus dem Besitz von Gilles und Myriam Samyn. Beide Hengste beeindruckten mit hervorragendem Trainingszustand und schönen Passage- und Piaffe-Vorstellungen.     Gabriele Gosewisch

Ein Portal für Trakehner Pferde

Der hölzerne Nachbau des Eingangstors des Hauptgestüts Trakehnen verfehlte seine Wirkung beim Bundesturnier Hannover im Reiterstadion nicht.

Als symbolträchtiges Portal für die Verknüpfung von alten Werten und modernem Sport diente es als festlicher Rahmen. Auch der Turnierplatz des Reiterstadions war für das Trakehner Bundesturnier wunderschön geschmückt worden. Rings um den Hauptplatz wehten weiße Fahnen mit der doppelten Elchschaufel, üppige Blumendekoration tauchte alles in ein buntes Licht. „Wenn wir über die Aufmerksamkeit der Besucher die Neugierde für unsere Pferde lenken können, ist viel erreicht“, erklärt Jürgen Hanke die Initiative zum Nachbau des Tors, „Es ist eine Investition, die sich lohnen soll. Wenn z.B. aufgrund des Tores Gespräche entstehen, weil Besucher fragend stehenbleiben, ist für die Werbung schon viel erreicht.“ Nach Beratung mit dem Organisationsteam für das Bundesturnier Hannover entstand unter seiner Leitung der Nachbau des Tores, das durch ein Steckkastensystem portabel ist und auch für Messestände des Trakehner Verbandes als Dekoration zur Verfügung stehen soll.       Gabriele Gosewisch

Reine Teamleistung

„Ohne mein tolles Team wäre so ein Turnier nicht möglich“
konterte Jürgen Hanke jedes Lob für seinen Einsatz.

Schon im ersten Trakehner Turnierjahr 2005 in Hannover gab Claudia Mohlfeld abgearbeitet nach einem langen Tag im Stallzeltbereich des Reiterstadions zu bedenken: „Es ist doch verrückt, wie wir hier schuften und zu Hause bleibt alles liegen.“ Inzwischen versorgen Friedhelm und Claudia Mohlfeld mit ihrem Team schon im dritten Jahr die Stallzelte - in enger Zusammenarbeit mit Erdmuthe Frese, die vier Tage lang mit unerschütterlicher Freundlichkeit bis tief in die Nacht die Unterbringung gewährleistet.

Ulrich und Susanne Greinert leiteten die Meldestelle des Turniers, wie auch in den zwei Jahren zuvor. „Wenn wir die Meldestelle übernehmen, wissen wir, welcher Zeitaufwand auf uns zukommt. Es macht viel Spaß, aber es geht an die Grenze des Machbaren.“, berichtet Ulrich Greinert. Heike Färber, Jungzüchterin aus Westerstede hat die Meldestelle in Hannover unterstützt, indem sie die Beschickung der Prüfungsplätze mit Startertafeln und Listen für die Richter eigenständig übernahm. Weitere Helfer, jeweils zwei am Tag als Läufer, gehörten zum Team. Noch lange nach den letzten Prüfungen und Siegerehrungen ist das Meldestellen-Team von Ulrich Greinert für die Reiter da. Dank gilt zudem der Zusammenarbeit mit Silvia Burfeind vom Turnierservice.

Für den sportlichen Ablauf und die Organisation der Vielseitigkeit leisten die Helfer aus dem Zuchtbezirk Schleswig-Holstein wertvolle Hilfe. Ein Marathonprogramm leisteten Günther Enders und Eckehard Fisch während der gesamten Turniertage am Einlass des Springparcours. Im dritten Jahr kennen die Reiter ihre Stützen. Sabine Oberdieck wertete mit ihren Helfern Dressur-Ergebnisse aus, Dirk Seewald und Katrin Poll organisierten unermüdlich hinter den Kullissen. Souverän sorgten die Sprecher am Mikrofon, Björn Hanke, Petra Hartmann und Erhard Schulte für aktuelle und Hintergrund-Informationen.

Einzigartig ist die Versorgung der Helfer und Richter mit Verpflegung und Getränken durch das Team um Gina Hanke. Eine logistische Höchstleistung, denn es muss vom Brot über die Würstchen bis zum Kuchen alles herangetragen werden. Besonders die kleinen Helfer mit den blauen Dienstshirts bekommen zusätzlich herzliche Ansprache, das liegt Gina Hanke am Herzen. Dass besonders viele Kinder und Jugendliche auf dem Turnierplatz präsent sind, ist eine ganz besondere Auszeichnung für die Veranstaltung. Die Geschäftsstelle des Trakehner Verbandes wird für das Trakehner Turnier zum mobilen Büro und ist als Auskunftsstelle für die Besucher da: Ulrike Bustorff und Gabriele Kirsche, Claudia Kohrn und Kathrin Czock oder Detlef Thun – viele Besucher freuen sich, einmal ein persönliches Gespräch führen zu können.

Trotz der umfangreichen ehrenamtlichen Hilfe entstehen bei der Durchführung des Turniers hohe organisatorische Kosten, die durch die Nenngelder nur zum geringen Teil gedeckt werden. Jürgen Hanke hat als Sprecher des Organisationsteams im Dauereinsatz für das Turnier über drei Jahre Sponsoren für das Trakehner Turnier gewinnen können, ohne deren Unterstützung das Turnier nicht stattfinden würde. Alle Sponsoren sind namentlich auf dem offiziellen Ankündigungsplakat aufgeführt.
    Gabriele Gosewisch

Bayerische Magie

Wie die Chefausbilderin der bayrischen Staatshengste die Trakehner verhext.

Mit dem Trakehner Wallach Itax fing es an. Der von Hartmut Keunecke gezogene Fuchs von Itaxerxes stand im Ausbildungsstall Schädler zum Verkauf, als Friederike Schulz ihre Ausbildung zur Bereiterin bei Eugen Schädler, dem Nachfolger des Reitmeisters Günther Festerling, begann. Sie bekam den eigenwilligen Fuchs in Beritt und kaufte ihn nach einigen Wochen kurz entschlossen im Jahre 1991 anlässlich des Münchener Trakehner Pferdefestes, das von Erhard Schulte 1988 erstmals als

Trakehner Verkaufstag ins Leben gerufen worden war.
Der inzwischen 20-jährige Itax begleitet die sympathische Münchnerin bis heute. Neben zahlreichen Turniererfolgen bis zur Klasse S haben beide gemeinsam und mit Auszeichnung ihre Meisterprüfung im Reiten bestanden.

Während und nach ihrer Lehrzeit bekam die ehemalige bayerische Pony- und Juniorenmeisterin viele Trakehner Pferde unter den Sattel, 1993 präsentierte sie den damals vierjährigen Gadsby anlässlich des Hengstmarktes in Neumünster. Nach ihrer mit der Stensbeckplakette ausgezeichneten Abschlussprüfung zur Pferdewirtin absolvierte Friederike, um etwas „Vernünftiges“ zu lernen, ihren Eltern zuliebe ein Lehramtsstudium. Nach dem Staatsexamen und einem halben Jahr Referendariat zog es die frischgebackene Lehrerin wieder zu den Pferden: Sie machte sich in der Nähe von München mit einem Dressurstall selbständig und bestand nach kurzer Zeit auch ihre Meisterprüfung. Während dieser und vorangegangenen Studienzeiten ritt sie die Pferde für das Trakehnergestüt Meierhof in Seeon, unter anderem die Hengste Schneekönig, Gadsby und Pernambucco. Diese mit Gadsbys Auftritt in Neumünster begonnene Zusammenarbeit und Freundschaft besteht bis heute.

Als Bayerns Landstallmeister Dr. Eberhard von Senckenberg einen neuen Bereiter für seine Hengste suchte, begann durch die Vermittlung von Beate Heise im Februar 2006 die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der inzwischen verheirateten Friederike Schulz-Wallner und dem bayerischen Haupt- und Landgestüt Schwaiganger.

Gleich im ersten Jahr dieser Zusammenarbeit erfüllte sich für die nun in bayerisch-blauer Uniform auftretende Reiterin der lang gehegte Traum, einmal erfolgreich beim Bundeschampionat zu reiten. Nachdem sie sich mit dem ehemaligen Trakehner Siegerhengst In Flagranti mit nur einem Versuch in der letztmöglichen Qualifikation das ersehnte Ticket zum Bundeschampionat sichern konnte, feierte sie in Warendorf trotz der eher kurzen Trainingszeit mit dem neunten Platz im Finale einen beachtlichen Erfolg.

Neben der dressurmäßigen Arbeit mit den Hengsten, die sie hin und wieder auch in der Springstunde reitet, betreut die auf selbständiger Basis arbeitende Pferdewirtschaftsmeisterin in Schwaiganger die Ausbildung der Lehrlinge. Außerdem unterstützt sie ihren Chef in vielen Bereichen um das Haupt- und Landgestüt, das sich durch die außerordentlich gute Stimmung unter den Mitarbeitern besonders auszeichnet. Zusätzliche Unterstützung bei der Ausbildung der Hengste bekommt sie durch das kontinuierliche Training mit Rudi Wittmann und in verschiedenen Lehrgängen bei Persönlichkeiten wie Heike Kemmer und Udo Lange. So konnte auch für 2007 die Fahrt zum Bundeschampionat bereits gebucht werden. In diesem Jahr wird Friederike Schulz-Wallner in Warendorf mit drei Trakehner Hengsten an den Start gehen: In Flagranti qualifizierte sich bereits im Mai beim internationalen Turnier in München Riem für das Bundeschampionat des sechsjährigen Dressurpferdes, der vierjährige Imperio (übrigens mütterlicherseits eng mit Itax verwandt) und der dreijährige Zauberfürst wurden anlässlich der überragenden Vorstellungen beim Bundesturnier in Hannover als Trakehner Vertreter für das Bundeschampionat der drei- und vierjährigen Hengste ausgesucht. Mit beiden Pferden erhielt sie im Trakehner Reitpferdechampionat für den Gesamteindruck die Note 9,0. Und nicht nur die Richter, auch die Fremdreiterinnen waren beeindruckt. Sie fühlten sich auf beiden Hengsten so wohl, dass sie die Rittigkeit jeweils mit mindestens 9,0 bewerteten. Friederike Schulz Wallner - oder „Hexe“ wie sie seit Kindertagen heißt - und die Trakehner scheinen sich gesucht und gefunden zu haben!     US

Rekordergebnis … zum Dritten

Die Auktion für Trakehner Spitzenfohlen in Hannover etabliert sich. Zum dritten Mal im Rahmen des Trakehner Bundesturniers lief die Versteigerung unter freiem Himmel unter der Regie von Helmar Bescht und seinem Team mit absolut perfekter Choreographie. Der Lohn: Ein Spitzenergebnis!

Zuchtleiter Lars Gehrmann hatte im Vorfeld in Abstimmung mit Helmar Bescht und den Musterungskommissionen in den Zuchtbezirken die Kollektion zusammengestellt. Er äußerte sich vor der Auktion hoch zufrieden: „Mit Blick auf die Abstammung der 20 Fohlen ist dies sicherlich die hochwertigste Kollektion, die jemals zusammengestellt wurde. Es sind sowohl Väter mit hohen Eigenleistungen als auch spannende Debütanten vertreten. Besondere Beachtung gilt aber den Mutterstuten, die selbst hoch dekoriert sind, insbesondere mit Eigenleistungen.“ Der Katalog wies unter den 20 Auktionsfohlen erste Nachkommen der prämierten Hengste der Körung 2005 aus. Darunter Easy Game v. Gribaldi und Hirtentanz, der mit seiner überragenden Springmanier zum Publikumsliebling avancierte. Imperio und Herzensdieb stellten Premieren-Nachwuchs. Aus dem Körjahrgang 2004 stellten Le Rouge v. Prêt à Porter, Pricolino v. Schwadroneur, Kasimir und Lord Luciano Fohlen. Kommentiert von Erhard Schulte begrüßten Lord Luciano unter dem Sattel von Claudia Dombrowski und Hirtentanz unter Takashi Haase die Besucher der Fohlenauktion mit einer kleinen, schwungvollen Hengstpräsentation. Eine Stimmung, die Auktionator Uwe Heckmann energiegeladen aufnahm. Tosenden Beifall gab es schon, bevor das erste Fohlen den Ring betrat, denn Otto Langels vermittelte in historischer Paradeuniform auf dem ehrwürdigen Kostolany v. Enrico Caruso Feierlichkeit zum 275-jährigen Bestehen der Trakehner Zucht. Mit den Worten: „Mein Auftritt ist kurz, wir beide sind alt“, wollte sich Otto Langels verabschieden, wurde aber von Uwe Heckmann zur Ehrenrunde aufgefordert: „Wir wollen dich noch feiern!“ Gewohnt rasant moderierte Uwe Heckmann die Auktion, gratulierte Helmar Bescht zur Gestaltung der Bühne für die Fohlen. Diese betraten durch das nachgebaute Eingangstor des Hauptgestüts Trakehnen die wunderschön geschmückte Arena umrahmt von dicht gedrängten Zuschauern. „Ei, da schwebt uns was entgegen“, rief Uwe Heckmann schon bei der Präsentation des ersten Fohlens im Ring in das Mikrofon und schnell waren Bieterduelle entfacht. 17 Fohlen, die zur Versteigerung kamen erzielten einen Durchschnittspreis von 8.382,35 EURO. Die Preisspitze mit 18.000,- EURO lieferte Bartok v. Herzensdieb a.d. St.Pr.u.Pr.St. Balaika (Klassensiegerin der Bundesschau 2004) v. Preussenprinz aus der Zucht von Wilhelm Tieste aus Hagenburg. Gefolgt von Dolce Lucia v. Lord Luciano a.d. Dolce Vita v. Exorbitant xx aus der Zucht von Veronika v. Schöning aus Dannau. Das Stutfohlen hat im Gestüt Wiesenhof sein neues Zuhause, das Hengstfohlen It’s Royality von Insterburg a.d. Pr. St. It’s my life v. Sir Chamberlain aus der Zucht von Jutta Wassermann aus Schwerte im Gestüt Hämelschenburg. Warm ums Herz wurde einem Bieter beim Stutfohlen Herzblatt v. Kasimir a.d. Pr.St. Herzblüte v. Tambour aus der Zucht von Dr. Elke Söchtig, Elmarshausen. Der neue Besitzer Guy Muntic aus Abweiler, Luxemburg, entschloss sich spontan zum Kauf: „Der Name Herzblatt erinnert mich an meine Frau.“    Gabi Gosewisch

 

SUMMARY:

For the third time running the international Trakehner show was held in Hanover, state capital in the heart of Lower Saxony. Once again, the event proved to be a highlight of the season by providing three days of equestrian competition and a reunion of Trakehner breeders, owners, riders, and enthusiasts. The show saw more than 450 equine contenders and their riders from Belgium, Denmark, Germany, Lithuania, Luxemburg, the Netherlands, and Poland. The three- and four-year-old riding horse champions were of excellent quality and will represent the Trakehners at the National Championships in Warendorf. The dressage competitions were a pleasure to watch. The best show jumpers and eventers also demonstrated a highly gratifying level of performance. The foal sale had been perfectly organized by Helmar Bescht, Schlieckau, and his team. The sale has yielded great results and proved its worth as a marketing platform. The prevailing atmosphere of cheerfulness and conviviality has been due to a number of factors: the accompanying social programme, organized by Belgium, the 2007 partner country, the special youth contests with young riders and breeders competing for ribbons and last but not least the dedicated and highly experienced team of volunteers directed by Jürgen Hanke, head of the show organisation committee and the breeding district Lower Saxony-Hanover.

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