Mit dem Titel „Hengst des Jahres“ zeichnet der Verband alljährlich zum Hengstmarkt einen besonders verdienten Althengst aus. In diesem Jahr darf der Elitehengst Lehndorff’s diese Würdigung mit in sein langjähriges Zuhause, das Gestüt Hörstein, nehmen.
Lehndorff’s ist eine Institution bei uns in Hörstein“, die Worte von Gestütsleiter Dirk Jörß sagen viel über den heute 21 Jahre alten Marduc-Sohn, der seit der Körung 1988, die er als Prämienhengst zum Spitzenpreis verließ, im Traditionsgestüt Hörstein zu Hause ist. Beständigkeit scheint eine Konstante im Leben des typvollen Braunen zu sein. Selbst von vornehmem, beherrschtem Interieur, vererbt er diese besondere Ausstrahlung zuverlässig an seine Kinder, darunter drei gekörte Söhne und mittlerweile 89 eingetragene Töchter. Lehndorff’s-Nachkommen sind sympathisch, auch bei lebhaftem Temperament in sich ruhend und gelassen, dem Menschen zugewandt … ganz der Vater, den man in Hörstein als sehr intelligent schätzt. Eine Grundlage wohl auch für die hohe Rittigkeit, die er seinen Kindern ebenso zuverlässig vererbt wie raumgreifende, elastische Grundgangarten und ein solides Fundament.
Bei seiner Hengstleistungsprüfung auf dem Klosterhof Medingen 1990 brillierte Lehndorff’s mit einem Rittigkeitsindex von 129 Punkten. Auch in der Exterieur-Zuchtwertschätzung weist er überdurchschnittliche Werte im Trab, Galopp und im Fundament auf und behauptet im Lot der zuchtaktiven Hengste „locker“ einen Platz unter den Top 20.
2002 wurde Lehndorff’s Elitehengst. Auf sportlichem Parkett war er selbst bis Kl. L im Einsatz, stellte aber bei Hengstvorführungen seine Ausbildung bis zur schweren Klasse unter Beweis und hat mittlerweile 17 Nachkommen im Sport der Kl. M und S. Heute genießt der Boxennachbar von Sixtus, Hengst des Jahres 2001, seinen täglichen Auslauf ohne Reiter.
Aus bester Familie
Manfred Paul, Lebrade, ist Züchter und Aufzüchter des Hengstes, dessen Pedigree geradezu zu einer Zeitreise in die Jahre des Trakehner Neubeginns im Westen einlädt. Lehndorff’s ist einer von sechs gekörten Söhnen des 1979 zum Reservesieger proklamierten E.H. Marduc v. Halali, der mit 116 eingetragenen Töchtern heute als einer der bedeutendsten Beschäler der Nachkriegszeit gilt. Dreifach führt der großrahmige Schimmel, der 1995 im Alter von 18 Jahren einer Darmverschlingung erlag, Pythagoras im Pedigree, zweifach Hirtensang sowie jeweils einmal die Vollblutaraber Fetysz ox und Adamas ox. Rittig und bewegungsstark machten viele seiner Nachkommen sich vor allem im Viereck einen Namen. Lehndorff’s’ Mutter Legende IX gehört zur Stutenfamilie O358 der Lore und steht als Tochter des Lucado v. Donauwind in naher Verwandtschaft zur Springlegende Abdullah. Legende IX a.d. Lucky v. Gunnar – Totilas gilt als eine der züchterisch erfolgreichsten Lucado-Töchter, ihr Sohn LEONCAVALLO v. Marduc war jahrelang erfolgreich in Kl. S, LARISSA v. Postillion brachte Siege und Platzierungen in Kl. M.
Sympathische Söhne
Lehndorff’s, der in der Zucht wohl bedeutendste gekörte Sohn des großen Marduc, stellte bereits 1993 seinen ersten gekörten Sohn. DOMHARDT a.d. Donna Gloria v. Consul-Maharadscha wechselte in diesem Jahr von seinem Züchter Manfred Paul, Lebrade, in den Zuchtstall von Klaus Markgraf, dem früheren Besitzer von Marduc.
1999 folgte der Prämienhengst KAISER WILHELM aus der Zucht von Herbert Schümann, Kirchhain, der schon bei der Körung mit Gelassenheit und großzügigem Bewegungspotenzial Sympathien sammelte und über die Auktion nach Dänemark ging. Im Besitz von Nick Elsass, York Stuteri, entwickelte der braune Sohn der schon zu Lebzeiten legendären Kandia III v. Mahagoni sich konstant bis zur Grand Prix-Reife und sammelt heute unter seiner niederländischen Reiterin Anke ter Beek internationale Erfolge auf dem großen Viereck. Züchterisch erregte er bisher vor allem Aufsehen mit seiner sensationell benoteten Tochter Evviva, die in Dänemark gezogen wurde und heute in niederländischem Besitz steht.
BLITZ UND DONNER heißt der dritte Gekörte im Bunde und auch er vertritt die Trakehner weltweit. Batida v. Sixtus, Vollschwester des Buddenbrock aus der Zucht von Horst Ebert, Neckarsteinach, war mit dem Fuchshengst mit dem auffallend lockeren Bewegungsablauf tragend, als sie 2001 über die Stutenauktion beim Hengstmarkt ging. 2004 ersteigerte David Beattie den prämierten Blitz und Donner auf dem Hengstmarkt, wo er die höchste Springnote des Körjahrgangs verbuchen konnte. Nach zwei Decksaisons im Gestüt Gorlo und erfolgreich absolvierten 30- und 70-Tage-Tests steht der Hengst inzwischen im Gestüt seiner Besitzer in den USA.
Siegreiche Töchter
Lehndorff’s aber hat sich besonders durch eine Vielzahl hervorragender Töchter einen Namen gemacht. Er ist der Vater von bisher 89 Hauptstammbuchstuten, darunter 13 Verbandsprämienstuten, neun Verbands- und Staatsprämienstuten, eine Staatsprämienstute sowie sechs Siegerinnen bei Zentralen Stuteneintragungen. Einige Beispiele: Aus Hörsteiner Zucht kommt die Pr.St. SAPHIRA a.d. Shanty v. Konvoi, 1996 Siegerstute der Zentralen Stutbucheintragung in Hessen und Siegerin der Stutenleistungsprüfung Dallahn. 1998 fegte Pr.u.St.Pr.St. SOIREE a.d. Pr.u.E.St. Shynoon v. Highnoon bei ihren ersten Auftritten die Konkurrenz vom Platz: Sie war Siegerstute der Zentralen Stutbucheintragung in Hörstein, Siegerstute der SLP Dallahn, erhielt den 1 b-Preis bei der Trakehner Landesschau Hessen und gehörte der Siegerfamilie der Trakehner Landesschau Hessen 1998 an. Im gleichen Jahr wurde die Lehndorff’s-Tochter auf dem Bundeschampionat der deutschen Zuchtstuten in Warendorf mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Sie beendete die grandiose Saison als Reservesiegerin beim Stutenjahrgangschampionat in Neumünster 1998. Auf der Trakehner Landesschau Hessen 2006 erhielt sie den 1 b-Preis ihrer Altersklasse, und ist unter anderem Mutter der bereits vielfach ausgezeichneten Skyline v. Cadeau, Reservesiegerin der zentralen Stuteneintragung Hessen 2006, 1 b-Preisträgerin der Trakehner Landesschau Hessen 2006 und Mitglied des Trakehner Springpferdeprogramms.
Soirees Vollschwester SCARLETT setzte 1999 als Reservesiegerin der Zentralen Stutbucheintragung und 2. Reservesiegerin im Jahrgangsstutenchampionat in Neumünster die Erfolgsserie der Hörsteiner Lehndorff’s-Töchter fort.
Im Gestüt an der Rabenau von Herbert Schümann, heute von Herbert-Stefan Schümann, prägte Lehndorff’s die Trakehner Zucht im Zuchtbezirk Hessen ebenfalls nachdrücklich und beispielhaft: Die Mahagoni-Tochter E.St. Kandia III erwies sich als Passeranpaarung und machte mit fünf Vollgeschwistern von Lehndorff’s Furore. Kaiser Wilhelm nämlich wird von vier hochkarätigen Schwestern eingerahmt: 1998 trat Pr.St. KANDELA erstmals auf und startete als Reservesiegerin der Landesstutenschau Hessen den Auftakt einer kometenhaften Stutenkarriere. Kandela erhielt 1998 auf dem Bundeschampionat der deutschen Zuchtstuten in Warendorf einen 1.Preis und war Teilnehmerin am Reitpferdechampionat in Warendorf. Bis Kl. S im Dressursport erfolgreich, wurde sie nach Abschluss ihrer Sportlaufbahn mit ihrem ersten Fohlen v. Münchhausen TSF bei Fuß strahlende Siegerstute der Landesschau in Hessen 2006. Zum Sieg in der Familienklasse trug sie gemeinsam mit den jüngeren Vollschwestern Pr.St. KARLOTTA und KANTARA sowie Kandia III selbst bei. Leider ging Kandela im Sommer 2007 an den Folgen einer Kolik ein. So scheint es für ihren Züchter wie eine glückliche Fügung, dass nur wenig später ihre jüngere Vollschwester, St.Pr.u.Pr.St. KAISERIN ins Gestüt an der Rabenau zurückkehren konnte.
1999 trat eine weitere Lehndorff’s-Tochter in Ausnahmequalität ins Rampenlicht: Ebenfalls aus dem Gestüt an der Rabenau stammt Pr.St.VERONIKA III a.d. E.St. Venezia v. Mahagoni, Siegerstute der Zentralen Stutbucheintragung in Hörstein, Reservesiegerin beim Jahrgangs-Stutenchampionat Neumünster, Championesse in Tarmstedt und Preisspitze der Stutenauktion in Neumünster 1999.
Pr.St. BRITNEY a.d. Bel Air v. Kennedy (Z.u.B.: P. Smeets, Kleve) wurde bei der Trakehner Bundesschau 2004 mit dem Ib-Preis bei den dreijährigen Stuten ausgezeichnet und gewann überlegen das Norddeutsche Stutenchampionat 2005 in Tarmstedt. Ihr Potenzial offenbaren viele Lehndorff’s-Kinder schon zeitig: 1992/1993 erzielten Lehndorff´s-Fohlen bei Auktionen auf dem Klosterhof Medingen Spitzenpreise. 1996 stellte er mit DM 60.000 das teuerste Stutfohlen bei der Fohlenauktion in Neumünster.
Nachzucht im Sport
Der populärste Vertreter der Lehndorff’s-Kinder im Sport ist sicher der international erfolgreiche Kaiser Wilhelm. S-Erfolge weisen neben dem Prämienhengst und Kandela auch die Lehndorff’s-Nachkommen LIVONNE a. d. Lizzy v. Donaustein (Z.: Gerhard Loibl), BRAZIL 4 a. d. Blitzgold v. Donauwind(Z.: Gerhard Katheder), HALENBERG a. d. Harmonie XX v. Insterfeuer (Z.: Josef Schmelting), PERSIANO TSF a. d. Venezia v. Mahagoni (Z.: Herbert Schümann), ICEMAN D a. d. Ipsa v. Vincent (Z.: Christine Sperling) auf. Insgesamt sind 166 Lehndorff’s-Nachkommen als Turnierpferde eingetragen, 17 von ihnen haben Erfolge in Kl. M und S. Die Lebensgewinnsumme von Lehndorff’s Nachkommen betrug laut Jahrbuch der FN 2006 47.242,- EUR. IE
SUMMARY
Every year at the stallion market, a senior stallion of exceptional merit is awarded the title “Stallion of the Year” by the Trakehner Verband. In 2007 the recognition was earned by 21-year-old elite stallion Lehndorff’s by Marduc who has been stationed at Hörstein stud since his stallion grading 1988. The dark bay stallion is known to pass on rideabilty, movements, and a wonderful disposition to his offspring. Up to now he has sired three approved sons – Domhardt, premium stallion and Grand Prix winner Kaiser Wilhelm, and premium stallion Blitz and Donner – and 89 daughters registered into the main stud book, among them 13 premium mares, 9 state premium and premium mares, one state premium mare and six winners of central mare gradings. 17 Lehndorff’s offspring successfully compete at M or S level.



