Freitag, 18. Mai 2012
 


Jedes Jahr pünktlich zu Weihnachten kommen die neuen Jahrbücher Zucht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung heraus, womit das Studium der neuen Zuchtwerte sowie der jeweiligen Ranglisten erneut beginnt.

In diesem Jahr haben kleine Veränderungen an der Veröffentlichung der Zuchtwerte stattgefunden. Zum Einen konnten erstmalig alle Ergebnisse aus den Veranlagungsprüfungen analog zu den Ergebnissen aus den Zuchtstutenprüfungen integriert werden, so dass für viele Hengste und deren Verwandte zusätzliche Informationen zu den Merkmalen Schritt, Trab, Galopp, Rittigkeit und Freispringen verfügbar waren.

Zum Anderen wurden nach einer eingehenden wissenschaftlichen Analyse des aktuellen Datenmaterials die für die Schätzung der Werte herangezogenen genetischen Parameter und Korrelationen rechnerisch angepasst, um mit den Zuchtwerten noch genauere Schätzwerte für die erblich bedingte Leistungsfähigkeit eines Pferdes, die es an seine Nachkommen weitergibt, wiedergeben zu können.

„Durch diese Anpassung der genetischen Parameter an die aktuelle Datengrundlage wird auch die Sicherheit, mit der die Zuchtwerte geschätzt werden, beeinflusst. Aus diesem Grund haben sich Wissenschaftler und Zuchtleiter darauf geeinigt, dass die Veröffentlichung der Zuchtwerte ab diesem Jahr bereits dann erfolgt, wenn die Sicherheit der Zuchtwerte mindestens 70 Prozent erreicht hat. [Bisher wurden alle Zuchtwerte für Hengste veröffentlicht, wenn der geschätzte Gesamtzuchtwert Springen beziehungsweise Dressur eine Sicherheit von mindestens 75 Prozent aufweist und die Schätzung auf mindestens fünf Nachkommen mit Eigenleistungen basiert.] Unverändert bleibt, dass ein Hengst mindestens fünf Nachkommen mit Eigenleistungen haben muss, damit der Zuchtwert veröffentlicht werden kann.“ erklärt Dr. Miesner, Geschäftsführer Zucht und Mitglied des Vorstandes der FN.

In den Top-Listen
Für 3512 Hengste wurde im Jahr 2007 ein Dressurzuchtwert veröffentlicht, darunter finden sich 308 Trakehner Hengste. Insgesamt sind 107 Trakehner unter den Top 25 Prozent aller deutschen Zuchthengste zu finden. Darunter zählen 41 Trakehner Hengste zu den besten zehn Prozent aller Reitpferdevererber.

Intern gerechnet haben die Trakehner Hengste einen durchschnittlichen Dressurzuchtwert von 102,7 und liegen damit knapp fünf Punkte über dem Durchschnitt aller deutschen Reitpferdehengste.

Seit Jahren ist MÜNCHHAUSEN TSF von Hohenstein unter den besten deutschen Dressurhengsten zu finden, jetzt ist er der Spitze ganz nah und legte im Vergleich zum Vorjahr noch einmal 10 Indexpunkte zu, so dass er aktuell mit einem Zuchtwert von 171 und einer Sicherheit von 94% gemeinsam mit Breitling den zweiten Platz hinter dem langjährigen Spitzenreiter Don Schufro von Donnerhall (ZW 177, Si 92%) belegt.

Der letztjährige „Newcomer“ HOFRAT von Gribaldi konnte sich ebenfalls steigern und belegt nun unter den Trakehner Hengsten mit einem Zuchtwert von 157 und einer Sicherheit von 88% den zweiten Platz. Auf Rang drei folgt der Partout-Sohn MONTEVERDI TSF mit 156 Indexpunkten und einer Sicherheit von 90 %. Wie schon im vergangenen Jahr gehören diese drei Hengste, die bereits bei ihrer Körung mit dem Sieger- bzw. Reservesiegertitel auf sich aufmerksam machen konnten, zu den besten 1% aller deutschen Dressurpferdehengste!

Auf dem vierten Platz folgt bei den Trakehnern der bewährte Klosterhofer Starvererber HOHENSTEIN von Caprimond-Matador, der bei 98%iger Sicherheit einen Zuchtwert von 151 aufweisen kann. Der Rapphengst, der nicht nur selbst zu den besten 5% der deutschen Dressurhengste zählt, ist durch Münchhausen TSF (Rang 2) und His Highness (Rang 4, ZW 166, Si 90%) gleich mit zwei Söhnen an der obersten Spitze der deutschen Dressurvererber vertreten. Ähnlich erfolgreich sind die beiden bei Joop van Uytert in den Niederlanden stationierten und im aktiven Deckeinsatz stehenden Elitehengste GRIBALDI von Kostolany und PARTOUT TCN von Arogno, die mit den eigenen Dressurzuchtwerten von 143 (Si 90%) bzw. 139 (Si 91%) zu den besten fünf Prozent deutscher Dressurvererber zählen und  zusätzlich über ihre Söhne Hofrat (Top 1%, Rang 22) und Monteverdi (Top 1%, Rang 27) im Spitzenbereich vertreten sind.

Mit I-PUNKT von Hohenstein (ZW141, Si 79) und CADEAU von Silvermoon (ZW 136, Si 85) schafften es zwei Hengste unter die Top fünf Prozent, für die 2007 erstmals ein Zuchtwert veröffentlicht wurde. Auch AXIS von Sixtus rangiert mit einem Zuchtwert von 132 und einer Sicherheit von 81% als ein weiterer Zuchtwert-Neuling im oberen Feld. Er erreicht Platz 25 in der Trakehner Rangliste und zählt außerdem zu den besten 10% der deutschen Dressurhengste 2007.

Auch die Hengste HARLEM GO von Maizauber (ZW 121, Si 83%), der viel zu früh eingegangene EPERNAY von Buddenbrock (ZW 118, Si 79%), SCHÖNBRUNN von Ivernel (ZW 118, Si 79%), MANHATTAN von Saint Cloud (ZW 114, Si 77%) und MASERATI von Partout (ZW 111, Si 78%) erhielten 2007 erstmals einen veröffentlichten Zuchtwert und platzierten sich direkt unter die besten 25 Prozent der deutschen Zuchtwertrangliste.

Da sich der Gesamtzuchtwert eines Hengstes aus Einzelzuchtwerten für verschiedene Merkmale zusammensetzt, sind in der Tabelle auch die Einzelzuchtwerte für die Bereiche Hengstleistungsprüfung (HLP), Zuchtstutenprüfung (ZSP), Aufbauprüfung (ABP) und Turniersportprüfung (TSP) angegeben.

Doppelvererber verdienen Chancen
Bei den Trakehner Doppelvererbern, die neben einem guten Dressurzuchtwert auch einen überdurchschnittlichen Springzuchtwert von mehr als 100 Punkten vorweisen können, ist die Liste im Vergleich zum Vorjahr fast gleich geblieben.

Wieder sind es die Hengste KASPAROW v. Sixtus (ZW DRE 140, Si 85%; ZW SPR 110, Si 75%), HERZRUF v. Königspark (ZW DRE 131, Si 93%; ZW SPR 103, Si 86%), MANRICO (ZW DRE 124, Si 88%; ZW SPR 105, Si 74%) sowie dessen Vater GIPSY KING von Camelot (ZW DRE 115, Si 90%; ZW SPR 109, Si 80%), die hier herausstechen.

Doch auch ein „Zuchtwert-Newcomer“ des Jahres 2007 hat es in diese besondere Liste geschafft. GRAFENSTOLZ TSF von Polarion zählt mit einem Dressurzuchtwert von 124 (Si 86%) zum einen zu den 25 Prozent der besten Dressurhengste Deutschlands und zum anderen mit einem überdurchschnittlichen Springzuchtwert von 106 Punkten (Si 74%) zu den besten Trakehner Doppelvererbern.

Bemerkenswert ist hier, dass die Stute Grazie II von Arogno [Familie der Gundula, Poll-Hörem] aus dem Erfolgsgestüt Heinen – Issum, über ihre Tochter Gipsy Lady von Camelot und deren Sohn Grafenstolz sowie über Gipsy Lady’s Vollbruder Gipsy King mit dessen Sohn Manrico nicht weniger als drei der Pedigrees der fünf besten Trakehner Doppelvererber beeinflusst.

Für insgesamt 155 Trakehner Hengste konnte ein Springzuchtwert ausgewiesen werden und 22 Hengste liegen mit ihren Zuchtwerten über dem standardisierten Durchschnitt von 100 Punkten. Angeführt wird diese Liste vom legendären Schimmelhengst ABDULLAH von Donauwind (ZW 115, Si 78%), dem mit jeweils 114 Punkten dessen Sohn SCHNEESTURM (Si 71%) sowie der Redefiner Beschäler SOLAR von Altan II (Si 77%) folgen. An dritter Position liegt der Ralf-Sohn NERV mit einem Zuchtwert von 111 und einer 84prozentigen Sicherheit.    

 

SUMMARY:

Every year just in time for Christmas, the German Equestrian Federation releases the new breeding yearbooks. In 2007, a dressage breeding index was published for 3512 stallions, of which 308 Trakehners. In comparison to all German riding horse sires, 107 of these Trakehner stallions rank among the top 25 percent, and 41 Trakehner stallions even rank among the top 10 percent of all German riding horse sires. The average dressage breeding index of the listed Trakehner stallions is 102.7 – almost 5 points over the average index of the German riding horse stallions. There have been almost no changes concerning Trakehner dual purpose sires featuring an above-average jumping index in addition to a good dressage index. A jumping breeding index was determined for 155 Trakehner stallions, 22 of which rank above the standardized average of 100 index points.

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