Alles gut im Norden? Die Qualität und Anzahl der vorgestellten Stuten, der Rahmen des herrlichen Segeberger Turnierplatzes, eitel Sonnenschein von früh bis spät … die 6. Landesstutenschau des nördlichsten Zuchtbezirks verdiente sich eine klar positive Bilanz.
Die Rennkoppel: traditioneller Austragungsort des Landesturniers, einer der schönsten Turnierplatze des Nordens, für Holsteiner vermutlich der Welt. Hohe Baumgruppen und makelloser Rasen vermitteln das Ambiente englischer Parklandschaft, die große alte Tribüne ist eine Institution, Dressurvierecke schmiegen sich in Licht und Schatten des angrenzenden Waldes. Wer hier aufgewachsen ist und auch nur einen Funken Pferdepassion in der Familie hat, der ist mit dem Landesturnierplatz groß geworden, der liebt die Rennkoppel im Trubel und bei ruhigeren Veranstaltungen. Und doch war sie als Austragungsort der Landesschau ein wenig in der Kritik, denn die Gäste von weiter her empfanden sie als ein wenig zu weitläufig.
Und ein Zuschauermagnet ist eine Zuchtschau heute nicht mehr. Das ist nicht neu, das ist auch im Pferdeland Holstein nicht anders als im Rest der Republik. Der Atmosphäre hätten ein paar mehr Zuschauer gut getan, wohl fühlen konnte man sich trotzdem. Denn das wichtigste des Tages, die Qualität der Pferde, die stimmte von den Jüngsten bis zur Ehrenklasse! Für Landesfürst Hans-Wilhelm Bunte war es nach der langen Ära von Hans-Werner Paul die erste Landesschau und die Unterstützung seines Zuchtbezirks war ihm sicher. Allen voran hat Renate Stahnke die Organisation nahezu perfekt organisiert und erwies sich als gute Seele der Segeberger Tage. Der reibungslose Ablauf vom Jungzüchterabend am Freitag bis zum großen Finale am Sonntag war eine logistische Meisterleistung!
Es fiel auf, dass Sportvererber im Norden großen Zuspruch finden und ihre Töchter in großer Zahl auch im Schauring unter den Spitzen zu finden sind: So waren sowohl drei Töchter des Friedensfürst als auch des King Arthur TSF im Endring. Der Vollbluteinsatz hingegen war, das hat im Norden so etwas wie Tradition, gering vertreten; die mit einem Sonderpreis bedachte beste Halbblutstute INCAR’S LEA v. King Arthur TSF a.d. Incarvillea xx ist ein Zuchtprodukt des Südwestens und kam als Fohlen nach Tasdorf.
Die Klassen
Die Klasse der Zweijährigen eröffnete traditionsgemäß am Sonntagmorgen den Laufsteg und bezauberte mit 8 Jungstuten durch gleichmäßige Klasse. Besonders klar im Rassetyp, charmant und leichtfüßig siegte Hans-Werner Pauls O’LALA aus dem ersten Jahrgang des Perechlest aus der bereits von seinem Vater in Rethwisch gepflegten Familie der Oka. Ihr folgte die sportliche, bewegungsstarke Summertime-Tochter ROULETTE aus der Zucht von Elke von Lingelsheim, die hier das Erbe ihrer Mutter, der Pr.ud.St.Pr.Stute Renaissance Fleur TSF antrat, die ihrerseits vor vielen Jahren als Zweijährige in Bad Segeberg erstmals an die Öffentlichkeit getreten war.
Die Dreijährigen hatten sich am Tag zuvor bei der Zentralen Eintragung in großer Zahl qualifiziert und präsentierten ebenfalls einen qualitativ starken Jahrgang. Neun der 18 zur Prämie vorgeschlagenen Stuten traten bei der Landesschau an. Die Richter sahen die herrliche Reservesiegerin des Vortages, KIMBERLY IV, ganz vorn und verliehen ihr im Endring den Sonderpreis für die bewegungsstärkste Stute. Ganz nach Tasdorfer Muster gezogen, ist die Tochter des King Arthur im Besitz von Nicola Offen. Steffen Madsen aus dem dänischen Roennede hatte seine MARILYN MONROE v. Schampus im Gestüt Krotenbach vorbereiten lassen. Freudig überrascht war das gesamte Team über den Titel der Siegerstute der Zentralen Eintragung und den 1b-Preis am Folgetag. Die typvolle Stute bestach durch ihren souveränen Schritt und stete Bergauf-Mechanik im Trabe.
Die 11 Starterinnen bei den 4- u. 5-jährigen Stuten hatten einige Höhepunkte des Tages in ihren Reihen. Der 1a-Preis ging an die hochedle, typstarke SUSUYA v. Cadeau, als begehrte Auktionsstute zweijährig auf dem Hengstmarkt vom Ehepaar Timm entdeckt. Sie ist eine der Spitzenstuten der hochkarätigen Trakehner Herde im Gestüt Hohenschmark, das vom Ehepaar Timm in den letzten Jahren wieder zu einem Trakehner Aushängeschild aufgebaut wurde. Der 1b-Preis ging an die leistungsgeprüfte, typ- und antrittstarke ARGENTINA v. EH Tuareg vom Gestüt Rondeshagen von Elke von Lingelsheim. Mit 5 Stuten hat knapp die Hälfte der Starterinnen die Stutenleistungsprüfung absolviert.
Die Klasse der 6- u. 7-jährigen Stuten wurde in zwei Abteilungen gerichtet. Der Ia-Preis der 1. Abteilung ging nach Panker an die Tambour-Tochter St.Pr.u.Pr.St. HERZENSTRAUM, die im Endring einen Sonderpreis für die typvollste und beste Stute aus einem Stamm des HG Trakehnen erhielt. Den 1b-Preis erhielt die Pr.St. IMPATIE, ein herrliches Modell, blutgeprägt über den Vater Vivus und Langata Express xx als Muttervater, stellte sie eine beispielhafte Kombination von Sportlichkeit und hohem Adel dar. In der 2. Abteilung ging der 1a-Preis an die großrahmige, klar im Rassetyp stehende Friedensfürst-Tochter St.Pr.u.Pr.St. MANDJANA im Besitz von Michael Bünger, Fargau. Auf dem 1b-Rang folgt die mütterliche, taktsichere Pr.St. SÜNTELPERLE aus dem Besitz von Dr. Bettina Bieschewski, Selent, eine Tochter des kürzlich abgetretenen Hauptvererbers Michelangelo.
6 Starterinnen konkurrierten in der Klasse der 8- u. 9-jährigen Stuten – und zwar sämtlich leistungsgeprüft und mit erwiesener Zuchtleistung. An die Spitze setzte sich die in Tasdorf gezogene Pr.u.St.Pr.St. KOSIMA XIX v. Ivernel, die im Besitz von Nicola Offen, Hamburg, steht. Ein Modell, bei dem die Richter ins Schwärmen gerieten, verkörpert die Braune in vollendetem Maß den Trakehner Ursprungstyp. Der 1b-Preis ging an die St.Pr.u.Pr.St. KAMPEN v. EH Friedensfürst. Höchster Adel und ein in allen Teilen harmonisches Seitenbild werden bei der neunjährigen Fuchsstute aus der Zucht und im Besitz von Joachim Arp, Brodersdorf, von Bewegungsqualitäten allererster Güte ergänzt.
Die 10–14-jährigen Stuten wurden in zwei Abteilungen gerichtet. Aus bester Klosterhofer Familie stammt die Siegerin der Abteilung A, die Friedensfürst-Tochter DONAUFREUDE III, die jetzt im Besitz von Norbert Timm ihrer vielfach preisgekrönten Mutter Donaumärchen im Schauring nacheifern darf. Im bedeutenden Rahmen einer Sportpferdemutter zeigte sie sich leichtfüßig und vorbildlich im Gleichgewicht. Über den 1b-Preis durfte sich wiederum ein Züchter freuen, der seinen Stuten aus bewährten Stämmen schon seit vielen Jahren die Treue hält: Die in Panker gezogene, in Majenfelde bestens herausgebrachte St.Pr.u.Pr.St. BARBARINA V v. EH Tivano ist der Stolz von Johannes Koop, Panten, und gefiel mit Antritt vom Fleck weg. In der Abteilung B siegte die von Hans-Werner Paul gezogene CONFETTI v. Giorgio Armani aus der seit Jahrzehnten im Zuchtstall Paul gepflegten Corvina-Familie. Confetti, die im Besitz von Kerstin Paul steht, verkörpert den edlen, blutgeprägten Typ der Trakehner Mutterstute und zeigte sich mit 14 Jahren in bester Kondition. Den 1b-Preis vergaben die Richter an die kalibrige St.Pr.u.Pr.St. HEIDEKÖNIGIN v. EH Caprimond. Gezogen und im Besitz von Sigrid von Dohlen wusste die Stute sich überzeugend zu bewegen und wurde als solides Erhaltermodell einer Mutterstute herausgestellt. Bis auf zwei Ausnahmen haben alle Stuten dieser Klasse die Stutenleistungsprüfung abgelegt; mehrere Teilnehmerinnen können bereits auf eine Zuchtlaufbahn mit 6 Fohlen zurückblicken.
Ein Höhepunkt einer Landesschau ist immer die Ehrenklasse. Mit elf Stuten stark besetzt, stellten die 15-jährigen und älteren Stuten ihren Besitzern eine Visitenkarte für gutes Management aus. Die Richter luden vier Stuten auf den Endring: Die 16-jährige E.St. RAWENNA v. EH Van Deyk von Paul Hettmer überzeugte mit Charme und Reitpferdepoints, einem exzellenten Trab und einer Zuchtleistung von 7 Fohlen. Die St.Pr.u.Pr.St. VERISSIMA v. Honeur, im Vorjahr in Sommerlade erworben, ist im Gestüt Hohenschmark wieder aufgeblüht und sicherte ihren Besitzern zudem den Sonderpreis für das am besten herausgebrachte Pferd der Schau.„Ein Typ wie gemalt“ lautet der Kommentar zur Landessiegerin der Schau 2001, St.Pr.u.Pr.St. HERZENSLUST v. Gipsy King aus der Zucht des Gestüts Panker. Die Märchenprinz-Tochter ZAUBERMÄRCHEN wartete mit der höchsten Zuchtleistung des Tages auf und bot eines der schönsten Bilder der beiden Schautage: Die hochedle Stute aus der traditionellen Zuchtstätte von Schöning, Dannau, ließ sich mustergültig und voller Konzentration von der 9 Jahre alten Lilli-Sophie vorstellen – ein Zeichen für Interieureigenschaften, die wir brauchen und auf die wir stolz sein sollten. Den Sonderpreis für die älteste Stute der Schau erhielt die 23-jährige E.St. DORNRÖSCHEN v. Arrak, sportlich hoch erfolgreich in der Vielseitigkeit, ein Zuchtprodukt des Trakehner Gestüts Rantzau. Die heutigen Besitzerinnen, Birgit Thode und Heike Grefrath, Lockstedt, erhielten ein besonderes Lob für den optimalen Pflegezustand der vitalen Stute, die ein Fohlen von Hirtentanz bei Fuß führte.
Springbetonte Klasse
Der nördlichste Zuchtbezirk ist immer für eine Premiere gut, so auch anlässlich der Landesschau: Eine springbetonte Klasse war ausgeschrieben und zum Auftakt mit sechs Stuten besetzt. „Hier haben wir den Beweis gesehen, dass Typ und Bewegungspotential keine Ausschlusskriterien für Springveranlagung sein müssen“, kommentierte Holsteins Zuchtleiter Dr. Thomas Nissen und zeigte sich begeistert von der Klassensiegerin, der 4-jährigen Kasparow-Tochter Pr.St. DONAURIED, die die WN 8,5 am Sprung kassierte und darüber hinaus als wunderschöner, markanter Typ mit gutem Antritt auffiel. Züchter und Besitzer ist Johann-Albert Timmermann aus Schenefeld. Als 1b-Preisträgerin folgte die von Jörg Bustorff gezogene ILUNA II v. King Arthur, die am Sprung mit einer 7,8 bewertet wurde und als Gesamtnote eine 8,0 erhielt. Die Vierjährige ist im Gestüt Tasdorf zu Hause. Sehr zu gefallen wusste am Sprung auch die dreijährige Schönbrunn-Tochter POLARTREUE VON KROTENBACH vom Gestüt Krotenbach, die für ihr Freispringen die WN 8,0 erhielt.
Familienquartett
Vor dem abschließenden Endring galt die Familienklasse als weiterer Höhepunkt des Tages. Vier vierbeinige Familien waren angetreten. Das Gestüt Tasdorf erhielt den 1a-Preis für drei Vollgeschwister von Ivernel aus der Familie der herrlichen, viel zu früh abgetretenen St.Pr., Pr.u.E.St. Karissima. Petra Wilm durfte als Züchterin der Pr.St. KRETA II, St.Pr.u.Pr.St. KOSIMA XIX und des Prämienhengstes KASIMIR Glückwünsche für diesen tollen Erfolg entgegennehmen. Vor nunmehr elf Jahren war die Grand-Prix-Reiterin und heutige Präsidentin des Trakehner Verbands dem Charme des hochedlen Ivernel erlegen und hatte – nicht zuletzt für diesen Hengst - mit dem Aufbau ihres Gestüts Tasdorf begonnen. Die Jahressiegerstute KARISSIMA zog als Auktionsfohlen in die nagelneue Anlage ein und sollte sich einige Jahre später als Passerpaarung mit Ivernel erweisen. Die gleichmäßig harmonischen, modernen und sportlichen Kinder sind ein Aushängeschild für den Trakehner Zuchtfortschritt und für die Vision ihrer Züchterin. Kreta wird den Zweig in Tasdorf weiterführen, Kosima ist im Besitz von Nicola Offen und steht ebenfalls in Tasdorf. Der majestätische Kasimir, dessen Gleichmut unter all den Damen auf eine harte Probe gestellt wurde, strebt in Elmarshausener Besitz im Beritt von Familie Camp einer viel versprechenden sportlichen Laufbahn entgegen und konnte sich als Beschäler bereits empfehlen. Der frühe Verlust der Ausnahmestute Karissima vor vier Jahren schmerzt das Gestüt wie auch die Gesamtzucht noch heute.
Nach wie vor große Klasse verkörpert die Familie aus Panker. St.Pr.u.Pr.St. HERZENSLUST hatte ihre Tochter St.Pr.u.Pr.St. HERZENSFREUDE sowie Enkelin HERZENSTRAUM v. EH TAMBOUR mitgebracht. „Herzenslust ist eine Stute, an der die Jahre spurlos vorübergegangen sind“ kommentierte Dr. Thomas Nissen, der die Stute bereits auf der Landesschau 2001 gerichtet hatte. Ein besonderer Dank der Richter ging an den langjährigen Gestütsleiter Uwe Rowedder, der diese Stutenfamilie in seiner fünf Jahrzehnte langen Tätigkeit für das Haus von Hessen aufgebaut und abgesichert hat und in diesem Jahr als Zuschauer dabei war.
Für das Gestüt Krotenbach, das mit einer Vielzahl hoch dekorierter Stuten am Schautag dabei war, vermochte die Pyatt Charly-Tochter POLARWUNDER VON KROTENBACH zu werben. Ihre 3-jährige Schönbrunn-Tochter POLARTREUE VON KROTENBACH und besonders deren 2-jährige Halbschwester POLARBLUT VON KROTENBACH von San Krotenbach dokumentierten beispielhaft den erwünschten Zuchtfortschritt in der jüngeren Generation. Auf dieses Trio moderner, substanzvoller Stuten mit besonders kraftvollen Bewegungen kann die engagierte Zuchtstätte aus Altenhof stolz sein.
Große Hochachtung und ein besonderes Dankeschön gebührt Herrn Paul Hettmer aus Ratekau, der als vergleichsweise kleiner Züchter seine Fuchsfamilie der Hellandica nicht nur mit sehr gleichmäßigen, bewegungsstarken Modellen ausstellte, sondern seine Stuten auch selbst vormusterte und dabei manch Jüngerem etwas vortrabte. HELLANDICA v. EH Anduc hatte drei Töchter des Farinelli im Gefolge: HOLLA CORA, HETTI und HELINDA gefielen wie ihre Mutter als sympathische Stuten auf qualitätvollem Niveau.
Jugendliche Siegerstute
23 Stuten waren auf den Endring gebeten. Jede von ihnen präsentierte sich noch einmal im Trabe an der (sehr) langen Seite des Landesturnierplatzes, um dann im großen Schrittring einen Überblick über die Spitzen des Landes zu verschaffen. Zur Reservesiegerin der Gesamtschau erklärten die Richter die bedeutende KOSIMA, die damit den dritten Titel des Tages einheimste und so betrachtet die erfolgreichste Stute des Tages war. Und damit war den verbliebenen Zuschauern klar, wer den Titel der amtierenden Siegerstute des nördlichsten Zuchtbezirkes tragen darf: Mit der 5-jährigen SUSUYA hatte die Jugend die Nase vorn und diese moderne, ausdrucksvolle Schönheit hat nun die Aufgabe, das züchterische Erbe ihrer berühmten Vorgängerinnen anzutreten. Der Glückwunsch geht ins Gestüt Hohenschmark, wo ihr alle züchterischen Möglichkeiten offen stehen. IE
Trakehner Bundesjungzüchterwettbewerb
Schon zum zweiten Mal wurde 2008 der traditionelle Trakehner Jungzüchterwettbewerb in die Landesschau eines Zuchtbezirkes integriert. Nach dem Erfolg in Hessen im Juni 2006 sagten Renate Stahnke und Eva von Redecker spontan zu, die Organisation und Durchführung des 6. Trakehner Jungzüchterwettbewerbes während der Landesschau in Schleswig-Holstein 2008 zu übernehmen.
Das Wochenende begann für die 46 Wettbewerbsteilnehmer mit einem sehr gemütlichen und geselligen Eintreffabend auf dem Hof Lührs in Neversdorf. Die Jungzüchter lagen sich mit großer Wiedersehensfreude in den Armen, bevor die Pizza genossen, der Hof besichtigt und begeistert in den angrenzenden See gesprungen wurde. Bei hervorragendem Wetter und herrlicher Kulisse begann dann am Samstagmorgen auf dem weitläufigen Bad Segeberger Landesturnierplatz der Jungzüchterwettbewerb mit der Teilprüfung Beurteilen.
Wie bei dieser Disziplin üblich, wurde zunächst ein Pferd vom qualifizierten Richterteam - bestehend aus Hendrik Fiegel (Bundesjungzüchterbeauftragter der FN), Olaf Hagemann (Hannoveraner Züchter, FN-Richter und Reiter) sowie Timm Peters (Holsteiner Züchter und aktiver Springreiter) – vorbeurteilt und öffentlich kommentiert, bevor es für die Jungzüchter zur Sache ging. Auf die Ecken des Dreiecks verteilt mussten drei verschiedene Pferde von den Jungzüchtern beurteilt und bewertet werden. Diese – eigentlich als Einzelaufgabe gedachte – Teilprüfung veranlasste einige Jungzüchter dazu, sich zu einer drei- oder vierköpfigen Kommission zusammenzuschließen und gemeinsam über die zu vergebenden Noten zu beraten.
Das anschließende Vormustern gelang dank der hervorragend eingemusterten Pferde und der zum Teil sehr routinierten Jungzüchter besonders gut. In Anbetracht der bevorstehenden Deutschen Jungzüchtermeisterschaften achteten die Richter allerdings sehr streng auf eine gerade Haltung, saubere Linien sowie die korrekte Zügelführung.
Bei der Theorieprüfung auf der Tribüne des Landesturnierplatzes bekamen die Jungzüchter ungeplante Hilfestellung vom Zuchtleiter persönlich. Während die Teilnehmer über den schwierigen Theoriefragen schwitzten, kommentierte Lars Gehrmann die dreijährigen Stuten im Ring. Wer ihm genau zuhörte, konnte beispielsweise raushören, welche Kriterien bei Trakehner Stuten bewertet werden oder ab wie viel Punkten die Verbandsprämie vergeben wird.
Als letzte Disziplin folgte abschließend das Beurteilen des Freispringens. Wie bei der Exterieurbeurteilung wurde auch hier zunächst ein Pferd von den Richtern in den Kriterien Trab, Galopp, Manier und Vermögen beurteilt und öffentlich besprochen, bevor die Jungzüchter ihre eigene Meinung zu Papier bringen durften. Balsam auf der Trakehner Seele war in diesem Zusammenhang das große Lob des „Holsteiners“ Timm Peters. Der aktive Springreiter betonte das gute Freispringen der vorgestellten Pferde und würdigte es mit Bewertungen bis zu 9,0.
Mit Spannung wurde am Sonntagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein die große Siegerehrung der Jungzüchter erwartet. Nach tatkräftigem Einsatz als Peitschen- oder Vorführer im Rahmen der Landesschau nahmen die Sieger und Platzierten der Jungzüchterprüfungen mit größtem Jubel ihre Schleifen, Schärpen und Medaillen vor zahlreichem Schaupublikum in Empfang.
Einen besonders schönen Einfall hatten die Jungzüchter des Zuchtbezirkes Schleswig-Holstein mit der Ausrichtung des Bambini-Cups für die ganz kleinen Jungzüchter. Insgesamt hatten sich vier Mini-Elche für diese Sonderprüfung gemeldet. Um den genauen Ablauf zu demonstrieren, zeigten mit Rike Teegen und Polar zwei „alte Hasen“, was die Jury genau sehen wollte. So musste wie bei den „Großen“ das Pony zunächst aufgestellt und dann eine Runde im Trabe vorgestellt werden. Abschließend wurden die Nachwuchs-Jungzüchter noch in der Theorie geprüft. Je zwei Fragen mussten die vier Mini-Experten richtig beantworten, bevor zur Siegerehrung geschritten wurde. Es siegten gemeinsam Anna Stahnke und Finja Otto vor Jasper Gehrmann und Anna Hausschildt auf dem zweiten Platz.
Ein ganz besonderer Dank gilt neben den zahlreichen Helfern den Pferdebesitzern, die ihre gut erzogenen und hervorragend herausgebrachten Pferde den Jungzüchtern zur Verfügung stellten. Hier seien die Familien Timm, Surenbrock, Rolf, Trepkau, Ernst und Bunte sowie die Schwestern Bendfeldt und nicht zuletzt Renate Stahnke genannt. Die begeisterten Jungzüchter waren voll des Lobes für die exzellent eingemusterten und außergewöhnlich braven Pferde, mit denen die Teilprüfung Vormustern zu einem wahren Vergnügen wurde. US
SUMMARY
The quality of the numerous mares presented at the 6th regional mare show of the northernmost breeding district was pleasing to the eye. Exhibitors and visitors alike enjoyed a perfectly organised day at Bad Segeberg in the heart of Holstein. The mares shown in-hand in the final ring clearly demonstrated the great and beneficial influence of sport sires on Schleswig-Holstein breeding: Friedensfürst and King Arthur TSF were each represented by 3 of their female stock competing for best in show. On the other hand, there was only a minor influence of TB blood. The studs Tasdorf and Hohenschmark were the show’s most successful exhibitors. President Petra Wilm added another feather to her cap by winning the family class. Her 3 home-bred Ivernel offspring out of elite mare Karissima have established a modern and athletic line at Tasdorf. Best in Show became Susuya by Cadeau, owned by Norbert and Birgit Timm, who have built up a high quality Trakehner herd at Gestüt Hohenschmark near Plön over the last few years and who won numerous prizes with other mares, as well. The first-time class of jumping oriented mares met with general approval and was won by Donauried, a Kasparow daughter. The Trakehner National Young Breeders Competition held at the same time was a great success: an unprecedented number of participants was enjoying themselves and performed notably well.



