Pessimisten und Bedenkenträger kündigten schon vor der Eintragungssaison an, dass die Zahl der startenden Stuten auf den zentralen Plätzen wohl rückläufig sein würde. Immerhin entfiel 2008 gegenüber den Vorjahren ein Eintragungsplatz im Zuge der Sommerlade-Insolvenz. Doch allen Zweiflern zum trotz wurden in diesem Jahr auf elf statt zwölf zentralen Aufnahmeterminen in den Zuchtbezirken insgesamt 291 Stuten eingetragen. Und das sind nur drei Stuten weniger als 2007! Hier in Kürze die wichtigsten Eindrücke.
- Schleswig-Holstein stellte 2008 mit 58 eingetragenen Stuten das größte Kontingent der Zuchtbezirke. Auf Platz zwei folgt der Zuchtbezirk Niedersachsen-Hannover (41) vor dem Norden der Neuen Bundesländer (31). Dieser Zuchtbezirk ist der einzige mit zwei Eintragungsplätzen, wo insgesamt übrigens auch 58 Stuten eingetragen wurden. Die wenigsten Stuten wurden dieses Jahr in Bayern (13) vorgestellt.
- 110 der neu eingetragenen Stuten wurden mit 53 und mehr Punkten bewertet und damit für die Verbandsprämie vorgeschlagen. Das entspricht einem Anteil von 38 Prozent. Dieser Prozentsatz war am höchsten im Zuchtbezirk Rheinland, wo 12 der 18 Stuten den Endring erreichten und das ist mit 66 Prozent ein doppelt so guter Durchschnitt.
- Elvira (v. Partout ) war Siegerstute im Rheinland auf dem Domselshof und erhielt mit 59 Punkten die höchste Exterieurbewertung aller Stuten der Saison 2008. Sie ist eine Tochter der ehemaligen Auktionsstute Evita (v. Schwadroneur), die schon den Hengst Easy Game und die Jahressiegerstute Eviva brachte. Züchter Flip Willemsen,Niederlande, konnte den Erfolg der jüngsten Evita-Tochter leider nicht mehr miterleben. Sein Freund René Franssen ist Besitzer der Elvira, die auch nach Neumünster zum Wettbewerb der Jahressiegerstuten kommt.
- Die zweithöchste Punktsumme für die sieben Exterieurnoten erhielt in diesem Jahr nach Elvira die Cadeau-Tochter Sky Lady (a.d. Serenade v. Habicht) mit insgesamt 58 Punkten. Für das Gestüt Hörstein war dieser Sieg in Hessen der Höhepunkt eines besonderen Doppelerfolges. Denn die ebenfalls aus Hörsteiner Zucht und Besitz kommende Shannon Dream (v. Couracius) erhielt den Titel der Reservesiegerstute. Besser geht es nicht.
- Eine Art Doppelerfolg feierte auch das Züchterehepaar Ilona Danowski und Frank Martens-Bruns aus Dierstorf südlich von Hamburg. Im vergangenen Jahr erwarben sie im Gestüt Sommerlade eine zweijährige Donaufischer-Tochter, die jetzt mit dem Namen Kornblume die Eintragung im Bezirk Niedersachsen-Hannover auf dem Webelsgrund gewann. Und auch die Reservesiegerin kommt aus eigener Vorbereitung, denn Eternity (v. Hohenstein) wurde im Februar erst von Ingrid Klimke bei der Trakehner Körung in Handorf erworben und platzierte sich auf Anhieb an zweiter Position neben ihrer Stallgefährtin Kornblume.
- Vom Doppelerfolg zum Doppelsieg: Die Stute Fiorella v. d. Heide (v. Finley M – Gribaldi) aus der Zucht und dem Besitz von Manfred Rüter in Dorsten brachte das Kunststück fertig und gewann in Münster-Handorf am Vormittag die Stutenleistungsprüfung und am Nachmittag die Stuteneintragung. Das waren souveräne Vorstellungen.
- Von den 291 Stuten waren 193 dreijährig und 98 vierjährig und älter. Der Titel „beste Stute der Vierjährigen und älteren“ wird für die punktbeste Stute im Prämienbereich vergeben. Dies geschah auf 9 der 11 Eintragungsplätze. Punktbeste Stute im Bundesvergleich ist in dieser Kategorie die Connery-Tochter High Society aus der Zucht und dem Besitz von Hubertus Poll in Hörem.Sie wurde mit 55.5 Punkten eingetragen und steht als Auktionsstute in der Kollektion für den diesjährigen Trakehner Hengstmarkt in Neumünster.
- Der Spezialblutanteil wird repräsentiert durch 28 Halbblüter und 4 Vollblutstuten, was in der Summe einen erfreulich hohen Anteil von 11 Prozent ausmacht! Interessant: Nur sieben Stuten haben einen englischen Vollbluthengst zum Vater, aber 11 Stuten kommen aus einer englischen Vollblutmutter. 10 Stuten führen zu 50 Prozent arabisches Blut und gelten im Trakehner Zuchtprogramm damit auch als Halbblüter.
- Der Sonderehrenpreis des Trakehner Fördervereins für die punktbeste Halbblutstute auf dem Endring wurde auf fünf Plätzen vergeben: Schleswig-Holstein, Niedersachsen Nord-West, Westfalen, Neue Bundesländer Nord und Neue Bundesländer Süd, wo in Moritzburg auch mit 4 Halbblüterinnen die meisten Stuten vorgestellt wurden. Zwei davon erhielten eine Prämienanwartschaft.
- Die beiden besten Halbblutstuten der Eintragungsaison 2008 sind Oliva (v. Prince Thatch xx) und In Flamme (v. Likoto xx), die beide von Celler Landbeschälern abstammen. Oliva brachte das Kunststück fertig, ihrer Vollschwester Ondra direkt ein Jahr später auf das Siegertreppchen zu folgen, wo sie sich mit 57 Exterieurpunkten in Moritzburg souverän platzierte.Oliva bereichert auch die Kollektion der Auktionsstuten am letzten Oktober-Wochenende in Neumünster. Ein außergewöhnlicher Erfolg für die Trakehner Zucht der Familie Vogel aus Radegast in Sachsen-Anhalt. Die zweitbeste Halbblutstute dieses Jahres, In Flamme, stammt übrigens aus der Zucht und dem Besitz von Hans-Joachim Scharffetter in Schwanewede. Ihre Mutter ist die berühmte Insterfee (v. Kennedy).
- Mit 53 Punkten war Donjanka xx (v. Zinaad xx) die am höchsten eingetragene Vollblutstute auf den zentralen Eintragungsplätzen. Sie wurde in Alsfeld für den Zuchtbezirk Hessen vorgestellt und kommt aus dem Besitz von Dr. Elke Söchtig aus Elmarshausen.
- Der Eintragungskatalog ist informativ erweitert worden und enthielt erstmals auf vielfachen Züchterwunsch die Maße und die Bewertung der Mutter der einzutragenden Stute, was interessante Vergleiche ermöglichte. Auch das Endergebnis der Stutenleistungsprüfung der Mutter wurde erstmals mit veröffentlicht. Einen wertvollen Überblick gab auch die Verteilung der genannten Stuten nach Vätern am Ende des Kataloges. An der Spitze stand danach Summertime mit 14 Töchtern vor Buddenbrock mit 11 Töchtern. Jeweils 10 Töchter waren genannt von den Vätern Cadeau, Hibiskus und King Arthur. Askar AA stellte mit drei Stuten die meisten Halbblüter.
- 20 Stuten sind eingeladen worden zum Wettbewerb der Trakehner Jahressiegerstute 2008 anlässlich des Hengstmarktes in Neumünster. Dazu gehören alle 11 Siegerstuten und alle Stuten, die mit 56 und mehr Punkten eingetragen worden sind. Die meisten haben schon zugesagt. Der Klosterhofer Hohenstein ist unter diesen 20 Stuten mit zwei Töchtern vertreten. Aber auch der Hörsteiner Couracius, der sowohl in Hessen, wie auch in Westfalen jeweils die Reservesiegerin stellte. Eine gute Visitenkarte seines ersten Fohlenjahrgangs!



