Freitag, 18. Mai 2012
 


Häwelmann von Hofrat ist Trakehner Siegerhengst des Jahres 2011


Von: comtainment GmbH

Siegerhengstes des Trakehner Hengstmarktes 2011 - Häwelmann von Hofrat (Foto: Stefan Lafrentz)

 Züchterin Ilsemarie Peters aus dem niedersächsischen Mölme benötigte am Samstagabend eine Schlaftablette. „Sonst nehme ich mal eine Viertel Tablette, gestern hätte das nicht gereicht“, räumte die sichtlich gerührte und stolze Züchterin und Besitzerin des Siegerhengstes beim 49. Trakehner Hengstmarkt in Neumünsters Holstenhallen ein. Häwelmann von Hofrat aus der Heavenly von Artistic Rock ist der smarte und elegante Primus Inter Pares im Körjahrgang 2011.
Der Hengst heißt fast genauso wie das weltberühmte Kinderbuch des schleswig-holsteinischen Autors Theodor Storm „Der kleine Häwelmann“ und übersetzt bedeutet das niederdeutsche Wort so viel wie „Nervensäge“. Eine Eigenschaft, die dem dunkelbraunen Häwelmann völlig abgeht. „Ein Hengst, der im Rasse- und Geschlechtstyp das Ideal verkörpert, sich stets schwungvoll durch den ganzen Körper bewegt und beim Freispringen einer der Besten war“, so der Zuchtleiter des Trakehner Verbandes, Lars Gehrmann als Sprecher der Körkommission. „Stets taktsicher, mit einem unerschütterlichen Schritt – ein wirklich vorbildlicher Siegerhengst“. Häwelmann entspringt einer leistungsgeprüften Stutenfamilie, einer Bundessiegerfamilie. Vater Hofrat stammt von Gribaldi ab. Dem schönen und sportlichen Häwelmann galt die Begeisterung auch des Publikums in der ausverkauften Holstenhalle 1, das den Siegerhengst mit dem stabilen Nervenkostüm mit Standing Ovations feierte.

Riesenbegeisterung galt auch den Reservesiegern und prämierten Hengsten. Erster Reservesieger wurde Herakles von Gribaldi aus der Helenah de L von Michelangelo. Ein Hengst, der in Dänemark bei Züchterin Mette Hansen zur Welt kam und von Norbert Timm auf das schleswig-holsteinische Gestüt Hohenschmark (Grebin) geholt wurde. Dort wird Herakles auch künftig bleiben. Lars Gehrmann: „Ein Edelpferd – lautlos, leichtfüssig, locker. Ein Dressurspezialist mit Ausstrahlung und Ausdruck, ein wirklich vornehmes Pferd“.

Zum zweiten Reservesieger kürte die Kommission den schwarzbraunen Dürrenmatt von Hirtentanz aus der Dolce Vita III von Exorbitant xx. Dürrenmatt erhielt als bester schleswig-holsteinischer Trakehner Hengst auch die Plakette des Landwirtschaftsministeriums. „Wir haben ihn zu keinem Zeitpunkt außer Form gesehen, er ist ein vielseitigst veranlagter Hengst mit drei überdurchschnittlich guten Grundgangarten“, hob Gehrmann hervor. Dürrenmatt stammt aus der Zucht von Veronika von Schöning (Panker), stolzer Besitzer ist das Gestüt Meyenburg im Landkreis Prignitz in Brandenburg.

Der Fuchshengst Glücksruf von Dramatiker aus der Gretel von Opernball wurde als bester Springhengst des Körlotes ausgezeichnet. Züchter und Besitzer des gekörten Hengstes ist das Gestüt Ganschow, Herr Friedhelm Mencke.  Alles kein Zufall, denn Glücksruf hat mit dem gekörten Grenzfall und dessen Bruder Grand Prix bereits nahe Verwandte im gehobenen Springsport. Harm Sievers, Leiter des Freispringens beim Trakehner Hengstmarkt: "Ein wirklich gut springender junger Hengst mit viel Kraft und Übersicht. Der wäre auch auf anderen Plätzen aufgefallen".

Häwelmann und Dürrenmatt sind die beiden einzigen von sieben Prämienhengsten, die bei der anschließenden Auktion auch zum Verkauf standen. Den Siegerhengst Häwelmann sicherten sich Käufer aus Luxemburg für 140.000 Euro.
Die Vorsitzende des Trakehner Verbandes, Petra Wilm, erteilte in diesem Zusammenhang einer Beeinflussung der Trakehner Körkommission zugunsten ökonomischer Ergebnisse für die Auktion eine Absage. Die Entscheidung, ob ein Hengst prämiert werde, könne nicht davon abhängen, dass er auch zur Auktion komme. „Wir wollen und müssen an die Zucht denken, daran die Genetik zu sichern und den Zuchtfortschritt voran zu treiben“, so Wilm, „das kann nur gelingen, wenn die Körkommission unabhängig ist“.




 
 
Zurück zu: Home
Anzeige
Anzeigen