Abschied von der Trakehner Vererberlegende Sixtus

Trauer im Trakehner Gestüt Hörstein, Alzenau: Im Alter von 33 Jahren trat der große Trakehner Vererber Sixtus ab – ein Hengst, der Zeit seines Lebens mit Leistung, Charakter und Vererbungsstärke begeisterte und faszinierte. „Sixtus war mit Sicherheit ein Stempelhengst.  Es gelang ihm, aus der Hengstlinie des Burnus AAH einen eigenen Zweig zu entwickeln“, fasst Lars Gehrmann, Zuchtleiter des Trakehner Verbandes, die Bedeutung des charismatischen Rapphengstes in Worte.

 

Sixtus war ein Sohn des unter Martin Plewa in internationalen Vielseitigkeiten hoch erfolgreichen Hengstes Habicht und trat als Reservesieger seines Körjahrgangs 1991 erstmals ins Rampenlicht des Trakehner Hengstmarktes. Im Parcours siegte er unter Gilbert Böckmann und Richard Grom in schweren Prüfungen, insbesondere aber prägte er die Trakehner Zucht über fast drei Jahrzehnte.

 

Sixtus hatte zwölf gekörte Söhne sowie zahlreiche gekörte Enkel, Urenkel und Ururenkel. Mehr als 200 seiner Töchter sind in verschiedenen Zuchtbüchern eingetragen, knapp ein Viertel von ihnen als Staatsprämienstuten beziehungsweise Prämienstuten, darunter fünf Trakehner Siegerstuten und drei Reservesiegerinnen. Über 200 Sportpferde haben ihn zum Vater, sein prominentester Sohn auf der internationalen Dressurbühne war der gekörte Axis TSF, unter der Finnin Terhi Stegars selbst bis zu Weltmeisterschaften erfolgreich und besonders über seinen Sohn Hirtentanz züchterisch hoch aktuell. Züchterisch ist dem Sixtus-Sohn Buddenbrock die stärkste Einflussnahme zuzuschreiben. Zu seinen 14 gekörten Söhnen zählt, neben den Siegerhengsten In Flagranti und King Arthur, auch der Elitehengst Connery, unter anderem Vater des Weltklasse Dressurhengstes Imperio. Dieser Urenkel des Sixtus gehörte mit Hubertus Schmidt in Nationenpreisen und internationalen Championaten zur Weltspitze auf dem großen Viereck – und war wie seinerzeit Sixtus Reservesieger seiner Körung.

 

Gezogen von Manfred Blomeyer im hessischen Nieder-Ofleiden, verbrachte Sixtus mehr als drei Jahrzehnte seines Lebens im Trakehner Gestüt Hörstein von Familie Diehm, vital bis zum letzten Tag, umsorgt vom Gestütsteam unter Leitung von Dirk Jörß und verehrt von Trakehner Züchtern aus der ganzen Welt. Sixtus war Elitehengst des Trakehner Verbandes und Trakehner Hengst des Jahres 2001 und wird als einer der prägenden Vererber der Trakehner Zucht um die Jahrtausendwende in Erinnerung bleiben.

 

Adieu, Sixtus! Im Alter von 33 Jahren trat der Trakehner Stempelhengst des Gestüts Hörstein, Alzenau, ab. (Foto: Meike Düsterwald)