Spitzenfohlen, Spitzenstimmung, Spitzenpreise

(Münster-Handorf) Der Samstagabend des Internationalen Trakehner Bundesturniers stand traditionell im Zeichen der Open-Air Fohlenauktion. Nach zwei Jahren mit begrenzten Zuschauerzahlen säumten Interessenten und Gäste in hoher Zahl den Auktionsring, in dem Westfalens Auktionator Thomas Münch das Hämmerchen schwang und sich gleichzeitig für die Stimmung auf den Rängen begeistern konnte. „Wir sind hoch zufrieden, vor allen Dingen, dass das Preisniveau so ausgeglichen ist und das auf so hohem Niveau, dass wir den bisher höchsten Durchschnittspreis einer Fohlenauktion erzielt haben“, kommentierte Zuchtleiter Lars Gehrmann die Auktion. „Dazu kommen verschieden positive Aspekte. Mehrere Kunden haben zwei Fohlen gekauft, aber viele Interessenten gingen auch leer aus, obwohl wir die Kollektion zahlenmäßig um 20 Prozent aufgestockt haben.“

 

23 elitäre Trakehner Fohlen des Jahrgang 2022 kamen zur Auktion und erzielten einen noch nie dagewesenen Durchschnittspreis von 16.130 Euro. Diese Spitzensumme verteilte sich erfreulich gleichmäßig: 18 Fohlen erzielten Preise von 10.000 Euro und mehr, die drei dressurbetonten Preisspitzen wurden bei über 30.000 Euro zugeschlagen. Ein Hengstanwärter des Prämienhengstes Kwahu, mütterlicherseits mit dem bewährten Vererber Exclusiv im Pedigree, ging für 35.000 Euro an eine namhafte Station in den Niederlanden, zum gleichen Preis sicherte sich eine Käuferin aus Bayern am Telefon einen bewegungsstarken Sohn des Millennium mit blutgeprägter mütterlicher Abstammung. Bei 32.000 Euro freuten sich Hengsthalter aus Schleswig-Holstein über den Zuschlag für einen Sohn des vielfach S-erfolgreichen Blanc Pain aus einer Millennium-Mutter.

 

Begehrt sind auch die jungen Trakehner Vielseitigkeitsaspiranten, die an diesem Abend nicht nur sehr gute Preise erzielten, sondern auch in berufene Hände gingen. In Hessen aufwachsen wird eine Tochter des im Parcours vielfach erfolgreichen Tecumseh aus einer Mutter des international geschätzten Vielseitigkeitsvererbers Cavallieri xx. Sie war den Käufern in einem heißen Bieterduell 25.000 Euro wert. In einen erfolgreichen Vielseitigkeitsstall in Hessen ging der einzige Sohn des Olympioniken Windfall, der in diesem Jahr in Europa zur Welt kam, für 23.000 Euro. Boxennachbarin wird dort eine Tochter des High Motion aus einer Halbblutmutter des vielseitigkeitserfolgreichen Vererbers Berlusconi.

Ein Sohn der Weltranglisten Top-Hengstes Grafenstolz, der ebenfalls die 10.000 Euro Marke knackte, wechselte in fördernde Hände nach Niedersachsen. „Wir freuen uns sehr, dass alle Fohlen die in Richtung Springen und Vielseitigkeit gezogen sind, hier auf so hohe Nachfrage stießen und dass sie in so gute Ställe kommen. Das sollte auch denjenigen Auftrieb geben, die diese Disziplin züchterisch verstärkt verfolgen“, merkte Lars Gehrmann an.

Zum Spitzenpreis von 35.000 Euro ging der Hengstanwärter Save the Date v. Kwahu aus einer Mutter von Exclusiv an eine Hengststation in den Niederlanden. (Foto: Sigrun Wiecha)