Zwei neue Trakehner Hengste am vierten Advent

Am 18. Dezember fand ein zusätzlicher Trakehner Körtermin auf der Anlage des Holsteiner Verbandes in Elmshorn statt. Zwei der sieben Anwärter verließen die Halle mit dem begehrten Körprädikat und damit der Lizenz für die kommende Decksaison.
 

Der vierjährige „Lilienthal“ war bereits Sieger seiner 50-Tage-Tage Hengstleistungsprüfung im österreichischen Stadl Paura und erwarb sich mit dem positiven Körurteil das Anrecht auf die lebenslange Eintragung ins Trakehner Hengstbuch I. Der bunte Fuchs ist ein Sohn des Springhengstes Lücke, der bereits zwei gekörte Trakehner Söhne vorweisen kann: den im Parcours bereits S-erfolgreichen Tecumseh und mit Tempelhof den besten Springhengst der Körung 2019. Prominent ist auch die mütterliche Linie des Lilienthal: Sowohl die Hengstmutter Lilie v. Rheinklang als auch deren Mutter Loa Loa v. Ivernel vertreten die amtierende Trakehner Bundessiegerfamilie. Züchterin und Ausstellerin des Hengstes ist Dr. Kristina Gremmes aus dem niedersächsischen Jühnde. Die Körkommission bescheinigte dem Hengst hervorragende Grundrittigkeit und gute Grundgangarten mit sehr gutem Schritt und souveränem Freispringen. „Ein Hengst der Stabilität verkörpert, große Hufe, große Gelenke, und auch Body und gute Behosung besitzt – ein sehr ansprechender Hengst,“ kommentierte der Stellvertretende Zuchtleiter.

 

Gekört wurde aus dem Jahrgang 2019 der braune „Dreivierteltakt“, ein Sohn des seinerzeitigen Siegerhengstes Kentucky, der neben einem imposanten Seitenbild, auffallender Trabmechanik und souveränem Interieur  auf eine exquisite Mutterlinie verweisen kann: Seine Mutter Distelzarin v. Gribaldi-Arogno ist eine rechte Schwester des in der Schweiz vielfach Grand Prix-erfolgreichen Hengstes Distelzar. Der großrahmige, weit entwickelte Hengst war für die Körung im Oktober angenommen, durfte dort aber aus Altersgründen noch nicht antreten und erfüllte jetzt als vorzeitige Weihnachtsgeschenk alle Hoffnungen seines Züchters und Besitzers Hilmar Schmidtke aus Wien.

 

„Ein großliniger Hengst mit auffällig männlichem Charme, gutem Ablauf im Trabe, insbesondere auch viel Aufrichtung, viel Linie, Rahmen und auch im Freispringen mit sehr souveräner Vorstellung und insgesamt auch mit vorbildlichem Interieur“, stellte Neel-Heinrich Schoof die Vorzüge des Junghengstes heraus.

 

Die Körkommission setzte sich zusammen aus dem Stellvertretenden Zuchtleiter Neel-Heinrich Schoof, Neumünster, Leonie Bramall, Isernhagen, Elmar Lesch Thomasburg, Peter Kunath, Zehren, und Frank Ostholt, Warendorf. Für den reibungslosen, gut gelaunten Ablauf sorgte das bewährte Helferteam vom Trakehner Zuchtbezirk Schleswig-Holstein.

 

Der gekörte Trakehner Hengst Dreivierteltakt aus der Zucht von Hilmar Schmidtke aus Wien ist einer der letzten Söhne des mittlerweile in Mexiko beheimateten Hengstes Kentucky. (Foto: Peter Richterich)